Dorfkirche Herrnburg, Backsteingotische Kirche in Lüdersdorf, Deutschland
Die Kirche in Herrnburg ist ein Backsteinbau mit gotischen Spitzbogen, der für Nordeuropa typische Bauprinzipien zeigt. Das Gebäude wurde vollständig aus roten Ziegeln errichtet und weist die charakteristische Formensprache der Backsteingotik auf.
Der quadratische Kastenchor mit drei Ostfenstern stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts und diente vermutlich als Kapelle an der Zollstation. Die Kirche ist urkundlich erstmals 1319 belegt, der Ort Herrnburg wird erst 1399 genannt. Das Kirchenschiff und die Sakristei an der Nordseite entstanden Ende des 15. Jahrhunderts, der mächtige Westturm folgte in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts.
Das Kirchspiel umfasst Duvennest, Klein und Groß Neuleben, Lenschow, Lüdersdorf, Palingen und Wahrsow sowie bis 1945 das lübeckische Gut Brandenbaum. Durch neue Wohngebiete wuchs die Zahl der Gemeindemitglieder von 500 im Jahr 1993 auf etwa 1700 im Jahr 2005; deshalb wurde 2009 zwischen Kirche und altem Pastorat ein Gemeindezentrum gebaut. Die St.-Marien-Kirche in Selmsdorf wird von Herrnburg aus mitverwaltet.
Die Kirche liegt im Ortskern von Herrnburg, umgeben von Pastorat, Altem Zollhaus, ehemaliger Wassermühle, ehemaligen Gaststättengebäuden und dem Feuerwehrhaus. 2009 wurde zwischen Kirche und altem Pastorat ein neues Gemeindezentrum gebaut. Bis 2021 wurden beide Glocken per Hand geläutet; dann stiftete ein Lübecker Ehepaar eine dritte, größere Glocke der Glockengießerei Bachert in Neunkirchen und eine elektrische Läuteanlage wurde eingerichtet.
Unter der Decke der Kirche hängt eine Walrippe, eine Kuriosität, die Besucher oft übersehen. Die Orgel, 1883/84 von Friedrich Albert Mehmel erbaut, wurde 2014 von Reinalt Johannes Klein restauriert und verfügt über zehn Register auf zwei Manualen und Pedal.
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