Dorfkirche Ludorf, Gotische Backsteinkirche in Ludorf, Deutschland
Die Dorfkirche Ludorf ist ein Backsteinbau im gotischen Stil mit einer ungewöhnlichen achteckigen Grundform und vier Anbauten. Im Inneren findet sich ein Gewölbe mit Rippen, das die Raumgliederung prägt und eine beeindruckende Deckenstruktur schafft.
Urkundlich gefasst ist der Backsteinbau am 8. Mai 1346, als Bischof Burchard von Havelberg den Hauptbau den Heiligen Maria und Laurentius weihte. Der Sage nach stiftete ihn rund 150 Jahre früher ein Kreuzritter des ortsansässigen Geschlechts Wip(p)ert von Morin nach dem Vorbild der Grabeskirche in Jerusalem. Der westliche Anbau ist der Sockel eines im Dreißigjährigen Krieg eingestürzten Turmes.
Die Nordkapelle birgt die Gruft, die Adam Levin von Knuth 1736 für sich und seine Gattin errichten ließ; hinter einer Eichentür mit schmiedeeisernem Gitter stehen neun Särge und ein Kindersarg. Die Südkapelle, zum Hauptraum offen, war beim Gottesdienst der Patronatsloge vorbehalten. Die Glocke Beata von 1911 ist nach ihrer Stifterin Beate von Bülow benannt.
Der Hauptzugang ist das Westportal, durch das man über die Vorhalle in den achteckigen Zentralraum gelangt. Die Kirche ist Filialkirche der Kirchgemeinde Röbel, und es finden regelmäßig Konzerte statt. 1996/97 wurden Vorhalle und Außenmauern mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz restauriert; 2001 erfolgte die Wiedereinweihung.
Das Grundrisskonzept folgt dem Vorbild der Grabeskirche in Jerusalem, was dieses Bauwerk in Norddeutschland zu einem besonderen architektonischen Beispiel macht. Diese Nachbildung eines fernen heiligen Ortes war eine ungewöhnliche Gestaltungswahl für eine kleine Dorfkirche.
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