Dorfkirche Paretz, Gotische Kirche in Paretz, Deutschland
Die Dorfkirche Paretz steht auf dem ehemaligen Kirchfriedhof im Südwesten des Schlossparks; ihr Kern aus Feldstein stammt aus dem 12. Jahrhundert. Der hellgelb verputzte Bau mit rotem Ziegeldach hat einen quadratischen Turm mit Uhr und Pyramidendach sowie ein Schiff mit drei spitzbogigen Fenstern. Der gerade Chor schließt mit einem großen Maßwerkfenster, das bis in den mit Fialen besetzten Giebel reicht.
Bereits 1197 bestand eine Kapelle, als Markgraf Otto II. Paretz dem Brandenburger Domkapitel schenkte; Feldsteine im Mauerwerk zeugen von diesem ersten Bau. 1700 entstand der Turm, teils in Fachwerk, 1725–1727 folgte der Rokoko-Kanzelaltar des Ketziner Tischlermeisters Frentsche. 1797 gestalteten David Gilly und Martin Friedrich Rabe die Kirche für Kronprinz Friedrich Wilhelm und Luise um, mit hohen Spitzbogenfenstern im Chor und einer Königsloge; Friedrich August Stüler restaurierte sie 1856–1857.
Die Gemeinde unterstand dem Domkapitel zu Brandenburg und keinem Gutsherrn, Paretz war also keine Patronatskirche. Seit 1968 hat der Ort keine eigene Pfarrstelle mehr und wird von Ketzin aus betreut. Der Förderverein „Prinzessin Elisabeth Gesellschaft“ aus Wiesbaden setzt sich für den Erhalt der Kirche ein.
Die Besichtigung des Inneren erfordert vorherige Absprache mit der Kirchengemeinde, da das Gebäude regulär für Gottesdienste genutzt wird. Am besten erkundet man das Äußere unabhängig und erfährt bei einer arrangierten Tour mehr über die Wandmalereien und den Innenraum.
Die drei Wandgemälde im Chor aus dem 14. Jahrhundert wurden erst 1962 und 1991 freigelegt; sie zeigen Verkündigung, Geburt Christi und Jüngstes Gericht und enthalten Weihekreuze. Die älteste Glocke erklingt seit 1724 und wurde 2019 noch mit Seilzug bedient.
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