Haus Murach, Burgruine in Oberviechtach, Deutschland
Haus Murach ist eine Burgruine in Oberviechtach, die sich als Steinturm 20 Meter in die Höhe erhebt und über die Wälder der Oberpfalz bis zur böhmischen Grenze hinaus blicken lässt. Die Anlage besteht aus einem erhaltenen Bergfried und den Grundmauern zusätzlicher Gebäude, die das ursprüngliche Ausmaß der Befestigung zeigen.
Murach wurde um 1110 erstmals erwähnt, als ein „Gerunch de Mourach“ Berengar I. von Sulzbach begleitete; als Erbauer gelten die Grafen von Sulzbach. Der 20 Meter hohe Bergfried stammt aus dem 13. Jahrhundert, der 14 mal 12,7 Meter messende Wohnturm wurde nach dendrochronologischer Datierung 1233 errichtet. 1428 und 1433 belagerten hussitische Söldner die Burg nach der Schlacht bei Taus erfolglos. Nach 1803 wurde die Anlage verkauft und verfiel, da Anwohner sie als Steinbruch nutzten.
Der Name „Haus Murach“ entstand Ende des Mittelalters, als die Burg als Wohnsitz (mittelhochdeutsch hus) der Familie Ortenburg-Murach diente. Die zahlreichen Sagen über die Burg spiegeln die Härte der Erbuntertänigkeit wider, die bis 1848 bestand.
Die Ruine liegt auf 585 Metern Höhe auf einem Hügel nordwestlich von Obermurach und ist vom Dorf aus zu Fuß erreichbar; ein Torschlüssel ist nicht nötig. Bergfried, Vorburgmauer und Mauer der Hauptburg sind teils erhalten, der Untergrund ist uneben. 1844 kaufte die bayerische Finanzverwaltung die Anlage zurück und ließ sie nach 1893 und im 20. Jahrhundert abschnittsweise sanieren.
Der Wohnturm wurde nach dendrochronologischer Datierung 1233 errichtet, maß 14 mal 12,7 Meter bei 2,5 Meter Mauerstärke und war ursprünglich etwa 16,5 Meter hoch. Aufwendig gearbeitete Fensterformen im dritten Geschoss lassen dort einen repräsentativen Raum vermuten. Das Verlies und die Kapelle sind heute nur noch an den Grundmauern zu erahnen.
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