Drostei, Rokokopalast in Pinneberg, Deutschland
Die Drostei ist ein zweigeschossiger Ziegelrohbau mit Mansarddach aus schwarzglasierten Pfannen, errichtet 1765–1767 in der Dingstätte 23. Die neunachsigen Breitfronten haben Sandsteinportale über einläufigen Treppen in dreigeschossigen, dreieckig übergiebelten Mittelrisaliten; der Schweifgiebel des Hauptportals trägt das Wappen von Ahlefeldt/von Grote. Innen liegt links an der Eingangshalle mit schwarz-weißen Marmorfliesen das hölzerne Treppenhaus, zur Gartenseite erstrecken sich drei Salons en filade mit farbigen Stoffwandbespannungen, und in der Mitte des 1. Obergeschosses befindet sich ein durchgehender Festsaal.
Der Backsteinbau entstand 1765–1767 für den Landdrosten Hans von Ahlefeldt und hieß zunächst Ahlefeldt-Schloss; als Architekt werden Ernst Georg Sonnin, Georg Greggenhofer und Cai Dose vermutet. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts residierten hier die Landdroste der Grafschaft Pinneberg, danach die Landräte des Kreises. 1929 zog das Katasteramt in das Erdgeschoss, ab 1938 auch in die oberen Räume, die die Pinneberger SA seit 1933 als „Standartenhaus“ nutzte. Nach der Restaurierung 1984–1991 ist die Drostei seit 1991 Kulturzentrum auf Kreisebene.
Ursprünglich hieß der Bau nach seinem Auftraggeber Ahlefeldt-Schloss; erst mit der Nutzung durch die Landdroste der Herrschaft Pinneberg setzte sich der Name Drostei durch. Seit 1991 ist hier ein Kulturzentrum auf Kreisebene untergebracht, das sich als „Haus des Barock und der Moderne“ versteht und Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und Fotografie sowie Kammermusik aus Renaissance und Barock zeigt. Einmal im Monat finden Trauungen statt, dann fungiert die Drostei als Außenstelle des Standesamtes Pinneberg.
Das Gebäude dient als Kulturzentrum und beherbergt das ganze Jahr über Ausstellungen, Konzerte und Lesungen. Es empfiehlt sich, vor dem Besuch zu prüfen, welche Veranstaltungen aktuell stattfinden.
Zwei Türen im Dachgeschoss stammen aus den Wandholzvertäfelungen des sehr viel kleineren Vorgängerbaus, der vor 1765 hier stand. Im Keller, der heute ein Restaurant beherbergt, gilt der alte Küchenkamin als bemerkenswertes Zeugnis.
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