St. Nikolaus, Pfarrkirche in Mühldorf am Inn, Deutschland.
St. Nikolaus ist die Stadtpfarrkirche von Mühldorf am Inn. Ihr schlichter, quadratischer Turm aus rauen grauen Steinquadern steht zwischen hellen Gebäuden, hat schmale Öffnungen, runde Zifferblätter mit römischen Zahlen an zwei Seiten und schließt mit einem dunklen Zwiebeldach über einem bogigen Eingang. Das nach 1768 wieder errichtete Langhaus zeigt eine detailreiche frühklassizistische Fassade mit Doppelpilastern und hohen Rundbogenfenstern im Kontrast zum kargen romanischen Turm. Innen trägt das weiße, tonnengewölbte Schiff ein großes, goldgerahmtes Deckenfresko mit Stuck und einen geschnitzten Hochaltar mit Goldsäulen.
St. Nikolaus wurde 1251 erstmals erbaut, fiel einem Brand zum Opfer und wurde um 1300 als romanisch-frühgotische Basilika wieder errichtet. 1432 bis 1443 ersetzte ein spätgotischer Neubau das Bauwerk, ließ aber Turm und Eingangsportal bestehen. 1768 machte man bei einer barocken Umgestaltung die Langhauspfeiler zu schmal, worauf das Kirchenschiff einstürzte; der Salzburger Hofbaumeister W. Hagenauer war am Entwurf beteiligt, Franz Alois Mayer aus Trostberg leitete den Bau, fertiggestellt 1771 und geweiht 1775. 1764 erhielt der Turm seine zurückgesetzte barocke Zwiebelspitze.
Die Pfarrkirche ist dem heiligen Nikolaus geweiht, dessen Leben die 1771/72 von Martin Heigl gemalten Gewölbefresken im Langhaus zeigen; im Chor erscheint er als Fürbitter. Das sechsstimmige Bronzegeläute des Turms, aus historischen und neuen Glocken, klingt in der Folge gis0 bis gis1. Pfarrkirche wurde St. Nikolaus 1803, nachdem das 1610 gegründete Salzburger Kollegiatstift aufgelöst worden war.
Die Kirche liegt in der Nähe des Zentrums von Mühldorf am Inn und ist leicht zu Fuß erreichbar. Besucher sollten beachten, dass es sich um einen aktiven Gebetsort handelt, daher gelten angemessene Verhaltensnormen während des Aufenthalts.
Der Turm birgt ein sechsstimmiges Bronzegeläute mit den Schlagtönen gis0, h0, cis1, e1, fis1 und gis1, das historische und neue Glocken verbindet. Die 1973 von Max Sax gebaute Orgel hat 37 Register auf drei Manualen und Pedal und übernimmt einige Register des Siemann-Werks von 1913; das Gehäuse stammt von Anton Bayr aus der Zeit um 1770.
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