Roggenmühle Lehndorf, Industriemühle im Stadtteil Lehndorf, Brunswick, Deutschland.
Die Roggenmühle Lehndorf ist eine ehemalige Industriegroßmühle an der Hannoverschen Straße im Braunschweiger Stadtteil Lehndorf, ab 1912 in mehreren Bauabschnitten nach Plänen des Architekten Otto Orlishausen für die Braunschweiger Roggenmühle AG errichtet. Die Backsteingebäude, rund 100 m lang und bis zu 30 m hoch, werden von einem quadratischen Wasserturm mit spitzem Dach geprägt, der 1934 für den nötigen Wasserdruck der Sprinkleranlage bei Bränden gebaut wurde.
Die Mühle wurde 1912 von einem Ingenieurunternehmen gegründet und spielte eine Rolle in der modernen Getreideverarbeitung der Region. Nach schweren Bombenangriffen 1944 auf Braunschweig wurde die Anlage später wieder hergestellt und nahm 1948 den Betrieb wieder auf.
Der Name der Mühle verweist auf den Roggen, den sie mahlte, und auf Lehndorf, den Stadtteil, den sie seit 1912 prägt; ihr Wasserturm wurde zum Wahrzeichen der Mühle wie Lehndorfs. Heute sind in den umgebauten Backsteingebäuden Frisöre, Arztpraxen, Praxen für Krankengymnastik und Physiotherapie sowie drei Gastronomiebetriebe untergebracht.
Die Anlage befindet sich an der Hannoverschen Straße im Stadtteil Lehndorf und ist leicht zu erreichen. Nach der Sanierung 2011 wird das Gelände heute für Restaurants, Büros und Praxen genutzt, weshalb es für Besucher zugänglich ist.
Die Mühle brannte in ihrer Geschichte dreimal: 1913, 1914 und am 24. April 2007, als im siebenstöckigen Silotrakt durch Funkenflug von Schweißarbeiten ein Schwelbrand ausbrach. Rund 300 Feuerwehrleute waren im Einsatz, darunter der Feuerwehrkran aus Hannover und der Teleskopmast aus dem Volkswagenwerk Wolfsburg. Nach der Stilllegung 1987 wurden Teile der Mühlentechnik nach Südafrika verkauft.
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