Ernst Barlach Museum Ratzeburg, Deutsches expressionistisches Kunstmuseum in Ratzeburg, Deutschland.
Das Ernst Barlach Museum Ratzeburg befindet sich in einem Wohnhaus mit klassizistischer Architektur, das Skulpturen, Grafiken und persönliche Dokumente des Künstlers zeigt. Die Räume sind über zwei Geschosse verteilt und präsentieren Bronze-Plastiken neben Keramiken, Lithografien und Holzschnitten aus verschiedenen Phasen seines Schaffens.
Das eingeschossige Traufenhaus mit vier Säulen zur Gartenseite entstand um 1840 im ländlichen Klassizismus und wird dem dänischen Hofarchitekten Christian Frederik Hansen zugeschrieben. 1878 kaufte Dr. Georg Barlach es für 13.000 Mark neben der St. Petri-Kirche für Arztpraxis und Familie; Ernst lebte hier sechs Jahre bis zum Tod des Vaters 1884. Ab 1941 diente es als Wohnung der St. Petri-Pastoren und Pfarramt; 1956 erwarb die Ernst Barlach Gesellschaft Hamburg das Haus und eröffnete das erste Barlach-Museum der Bundesrepublik.
In seiner Autobiographie „Ein selbsterzähltes Leben“ nennt Barlach das Gebäude „mein Vaterhaus“ und erinnert sich an die sechs Jahre, die er dort als Kind verbrachte. Seit 1956 betreibt die Ernst Barlach Gesellschaft Hamburg das Museum; über ein Jahrzehnt lang war der einzige Sohn des Künstlers, Nikolaus Barlach, Kustos und wohnte mit seiner Familie im Haus.
Das Museum liegt zentral in Ratzeburg und ist von der Altstadt aus leicht erreichbar. Besucher sollten ausreichend Zeit einplanen, um sowohl die Kunstobjekte als auch die dokumentarischen Materialien gründlich zu erforschen.
Barlach war nicht nur Bildhauer, sondern auch Schriftsteller und schuf Dramen, die seine politischen Überzeugungen widerspiegelten. Diese literarischen Werke werden im Museum neben seinen visuellen Arbeiten präsentiert und zeigen seine Vielseitigkeit als künstlerischer Denker.
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