Schloss Eisenbach, Schloss in Lauterbach, Hessen, Deutschland
Schloss Eisenbach ist eine Steinburg auf erhöhtem Gelände in Lauterbach mit mittelalterlichen Architekturelementen und Wehranlagen, die überall in seiner Struktur sichtbar sind. Das Bauwerk zeigt ein charakteristisches Erscheinungsbild mit Toren, Mauern und Räumen, die verschiedene Bauphasen widerspiegeln.
Um oder vor 1200 von den Grafen von Ziegenhain als Straßensicherungsburg erbaut, wurde Eisenbach 1217 unter Cunradus de Isenbach erstmals urkundlich erwähnt und 1269 vom Fuldaer Fürstabt Bertho II. von Leibolz zerstört. Nach dem Aussterben der Eisenbacher 1429 erhielt Hermann Riedesel, der „Goldene Ritter“, das Lehen; seine Nachfahren wurden 1432 hessische Erbmarschälle und besitzen das Schloss bis heute.
Der Beiname „Wartburg Oberhessens“ geht auf Hermann IV. Riedesel zu Eisenbach zurück, der nach einer Begegnung mit Philipp Melanchthon den lutherischen Glauben annahm und 1527 die Reformation einführte. Die Schlosskapelle, erbaut 1671 bis 1675, war der erste Kirchenbau der Gegend mit rein protestantischer Anordnung im Innern, mit Emporen auf drei Seiten und einer reich geschnitzten Altarkanzel von 1674 aus der Werkstatt Kaspar Wiedemanns.
Die Anlage liegt etwa 3,7 km südlich von Lauterbach und 1,8 km südöstlich von Frischborn über dem Eisenbach. Der Vulkanradweg führt unmittelbar am weitläufigen, frei zugänglichen Schlosspark vorbei; die Gebäude selbst sind von außen zu besichtigen. Am Fuße liegt eine überdachte Rastmöglichkeit der früheren Oberwaldbahn.
Die Inschrift im Torhaus hält fest, dass die Riedesel, Erbmarschälle zu Hessen, den Besitz seit 500 Jahren pflegen. In der Kapelle von 1671 bis 1675 zeigt die 1674 von Kaspar Wiedemann geschnitzte Altarkanzel in ihren Nischen die vier Evangelisten, bekrönt von Christus.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 93.015 Mitwirkenden weltweit.