Schwedenhöhlen, Höhlensystem in Reutlingendorf, Deutschland.
Die Schwedenhöhlen sind eine Gruppe von ursprünglich 15 künstlichen Höhlen bei Reutlingendorf, die nebeneinander in den weichen Pfohsand der Oberen Süßwassermolasse gegraben wurden. Jede Höhle ist etwa zehn Meter lang, drei Meter breit und zweieinhalb Meter hoch; in die Seiten sind Nischen für Feuer eingehauen. Die Eingänge sind schmal, sehr steil und heute fast völlig verschüttet.
Das Höhlensystem spielte während des Dreißigjährigen Krieges eine wichtige Rolle als Schutzort für die Bevölkerung der Region. Die Höhlen boten Zuflucht vor den ständigen Kämpfen, die über Jahrzehnte das Gebiet heimsuchten.
Im Volksmund heißen sie auch „Schwedenlöcher“ oder „Dobellöcher“. Der Name erinnert an schwedische Soldaten, die 1632 die Gegend um den Bussen betraten und Raub, Brand und Mord brachten; ein Brief von 1634 des Klosterverwalters Donatus an seinen Abt in Obermarchtal schildert die Angst der Gemeinde und ihre Flucht in die Höhlen.
Die Höhlen liegen am Schwarzwald-Schwäbische-Alb-Allgäu-Weg und am 12,6 km langen „Rundweg Schwedenhöhlen“, den die Gemeinden Uttenweiler und Unlingen angelegt haben. Die Eingänge sind verschüttet, die Anlage ist für Besucher nicht erschlossen; die um 1900 zugänglich gemachten zwei Öffnungen sind wieder verfallen. In unmittelbarer Nähe befinden sich die Reste der ehemaligen Dobelburg.
Die Höhlen wurden in den weichen Pfohsand der Oberen Süßwassermolasse gegraben, nicht aus Kalkstein ausgewaschen. In die Seitenwände gehauene Nischen dienten der Feuerung. Die Anlage liegt auf etwa 614 Metern Höhe, rund 4,4 km vom Gipfel des Bussen entfernt.
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