Erkeroder Trochitenkalk, Kalksteinbruch in Erkerode, Deutschland
Der Erkeroder Trochitenkalk ist ein hellgelber, poröser Kalkstein, der aus fossilizierten Resten von Seelilien besteht. Die Ablagerung setzt sich überwiegend aus versteinerten Stielgliedern zusammen und weist einen Kalziumkarbonatgehalt von bis zu 99 Prozent auf.
Die Kalksteinablagerungen entstanden während der Oberen Muschelkalk-Zeit vor etwa 210 Millionen Jahren, als Seelilien das Germanische Becken bevölkerten. Diese marine Umgebung ermöglichte die Ansammlung massiver Mengen an Skelettmaterial, das später zu dieser reichhaltigen Fossillagerstätte wurde.
Bis ins 17. Jahrhundert hinein verkauften Apotheken die versteinerten Stielglieder als Heilmittel, und Patienten nahmen sie ganz oder zerrieben zu sich. Die Form dieser Fossilien inspirierte später auch die Verzierungsmuster in historischen Fachwerk-häusern der Region.
Das Gelände ist für Besucher zugänglich, die Fossilien in den Gesteinsschichten deutlich erkennen können. Die beste Jahreszeit zum Erkunden ist bei trockenem Wetter, da feuchte Bedingungen den Zugang erschweren können.
Das Gestein ist fast vollständig aus winzigen runden Fossilien zusammengesetzt, die wie kleine Perlen aussehen und eine körnige Textur erzeugen. Diese ungewöhnliche Zusammensetzung macht es zu einem Lehrbuchbeispiel für marine Fossil-Lagerstätten in Europa.
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