Marientor, Mittelalterliches Stadttor in Naumburg, Deutschland.
Das Marientor ist ein mittelalterliches Stadttor mit einer Doppeltorstruktur, das sich an der Kreuzung von Marienstrasse und Postring befindet. Die Konstruktion zeigt eine praktische Befestigungsweise, bei der zwei Toröffnungen hintereinander angeordnet sind.
Das Tor stammt aus dem Mittelalter und war einst Teil des Befestigungssystems, das die Stadt Naumburg schützte. Es ist eines der wenigen erhaltenen Stadttore aus dieser Zeit und zeigt die frühere Bedeutung der Verteidigungsanlagen.
Der Name des Tors stammt vermutlich von der nahen Marien-Magdalena-Kirche oder von der Marienfigur in der Figurennische, die Peter Hummelshain aus Naumburg 1456 schuf und die später um einen hölzernen Knaben ergänzt wurde. Seit der Sanierung 1997 bis 2000 zeigt das Innere eine Ausstellung zur Geschichte der Naumburger Stadtbefestigung; zudem dient das Tor als Puppentheater des Theater Naumburg und als Kulisse für Open-Air-Veranstaltungen.
Das Tor steht im Nordosten der Altstadt, wo Marienmauer, Postring und Marienstraße zusammentreffen. Der Turm kann bestiegen werden, und die Ausstellung zur Geschichte der Naumburger Stadtbefestigung in den Innenräumen des Torgebäudes ist von Ende März bis Anfang November zugänglich.
Der Innenhof ist ein Fanghof: Der spätgotisch dekorierte Wehrgang hat Schießscharten, die auch Schussmöglichkeiten nach innen bieten, sodass Angreifer hinter dem Außentor von oben unter Feuer genommen werden konnten. Zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert diente die Anlage zudem als Gefängnis.
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