St. Nicolai, Lutherische Hallenkirche in Alfeld, Deutschland
St. Nicolai ist eine gotische Hallenkirche in Alfeld, deren weiße Mauern, das steile rote Ziegeldach und zwei schlanke dunkle Spitzen am Westbau über das Leinetal ragen. Spitzbogenfenster und ein zurückgesetztes Spitzbogenportal öffnen die Fassade, auf dem Hauptfirst sitzt eine kleine dunkle Dachlaterne. Im Inneren steht die Orgel über einer bemalten Balustrade unter Spitzbögen.
Die ursprüngliche Kirche war eine romanische Basilika vom Ende des 11. Jahrhunderts, als das Archidiakonat Freden hierher verlegt wurde und Alfelds Entwicklung vorantrieb. Um 1400 wurde das Langhaus zur gotischen Halle, gegen Ende des Jahrhunderts ersetzten drei Hallenjoche den romanischen Chor. 1542 nahmen Rat und Bürgerschaft den lutherischen Glauben an; St. Nicolai wurde Sitz eines Superintendenten, 1569 eines Generalsuperintendenten.
Namensgeber ist Nikolaus von Myra, im Mittelalter Schutzpatron der Schiffer und Kaufleute. Seit 1542 ist St. Nicolai die evangelisch-lutherische Hauptkirche Alfelds, ab 1569 Sitz eines Generalsuperintendenten. In der 1409 bis 1423 errichteten Steinberger Kapelle befindet sich ein Epitaph der Catharina von Steinberg.
Die Kirche befindet sich zentral in Alfeld und ist leicht zu Fuß erreichbar, besonders wenn man die Innenstadt erkundet. Der Innenhof und die Umgebung bieten gute Orientierungspunkte zur Erkundung des historischen Zentrums.
Bei der Restaurierung in den 1970er Jahren fand man unter der Orgelempore und im Chor zahlreiche Gräber. Die Kirche bewahrt zudem ein Taufbecken von um 1400 und ein spätgotisches Sakramentshaus aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, die Besucher auf dem Weg zur Orgel leicht übersehen.
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