Schloss Tüschenbroich, Mittelalterliches Schloss in Wegberg, Deutschland.
Schloss Tüschenbroich ist eine barocke Ziegelanlage nahe der Quelle der Schwalm, etwa 25 km westlich von Mönchengladbach. Der historische Kern ist eine von Bäumen überwachsene Motte auf einer Insel im Mühlweiher, während die erhaltene Vorburg, die später zur Hauptburg wurde, in der Nähe liegt. Zum Anwesen gehört außerdem eine reetgedeckte Fachwerk-Ölmühle des 18. Jahrhunderts mit unterschlächtigem Wasserrad.
Die erste urkundliche Erwähnung des Schlosses stammt aus dem Jahr 1172, damals noch unter dem Namen Thuschinbroc. Nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg ließ Franz von Spiering die Burg 1624 in barocker Form wiederaufbauen.
Die achteckige frühbarocke Ulrichskapelle im Tüschenbroicher Wald wurde um 1640 von Herrn von Spiering erbaut. Ihre geschnitzte Renaissance-Eichentür von 1546 passt nicht in die korbbogenförmige Maueröffnung, und die Glocke goss 1587 der Aachener Gießer Heinrich von Trier. Eine Sage erzählt von Graf Heinrich von Melich, der einen Räuberhauptmann zum Tode verurteilte, ohne zu erkennen, dass es sein eigener Sohn Ulrich war.
Schloss Tüschenbroich ist in Privatbesitz, Anlage und Gebäude sind daher nicht zu besichtigen; die Waldwege ringsum und der Mühlweiher sind von außen einsehbar. Die ehemalige Ölmühle, ein reetgedeckter Fachwerkbau des 18. Jahrhunderts, beherbergt heute ein Glaskunstatelier und wird für Veranstaltungen genutzt. Die achteckige Ulrichskapelle steht im Tüschenbroicher Wald am Weg nach Geneiken.
Die Ölmühle war eine Bannmühle: Aufgrund des Bannrechts mussten die Bewohner eines genau abgegrenzten Gebiets ihr Getreide dort mahlen lassen. Die Mühle, im Kern aus dem 14./15. Jahrhundert, produzierte bis 1912 Leinöl; wegen Wassermangels arbeitete sie ab etwa 1850 nur noch drei Stunden täglich. Heute dient sie als Glaskunstatelier und für Veranstaltungen.
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