Schloss Oranienstein, Barockschloss in Diez, Deutschland
Schloss Oranienstein ist ein hellgelbes Barockschloss in Diez, das 1672 bis 1681 auf den Ruinen des Benediktinerinnenklosters Dierstein erbaut wurde. Der fünfflügelige U-förmige Bau, 1704 bis 1709 von Daniel Marot umgestaltet, umschließt einen schachbrettgemusterten Hof; der Mittelbau hat ein geschwungenes weißes Vordach und eine dunkle Kuppel, an der linken Ecke steht ein höherer Kuppelturm. Die Schlosskapelle im ersten Stock des südöstlichen Querflügels besitzt Stuck von Eugenio Castelli und Antonio Gentone sowie ein Deckenbild des Pfingstwunders von Carlo Lodovico Castelli.
Die Fürstin Albertine Agnes ließ das Schloss zwischen 1672 und 1681 erbauen, während später ihre Schwiegertochter Fürstin Amalie von 1704 bis 1709 weitere Erweiterungen durchführte. Diese Bauphase prägte den heutigen barocken Stil des Gebäudes.
Das Schloss ist eines von vier nach dem Haus Oranien benannten Schlössern in Deutschland, neben Oranienburg, Oranienbaum und dem verschwundenen Oranienhof bei Kreuznach; sie entstanden für vier Schwestern aus diesem Haus. Albertine Agnes, die Oranienstein als Witwensitz errichten ließ, verbot in Diez Hexenprozesse und Trinkgelage und stellte einen Arzt sowie eine kostenlose Apotheke an. Am 23. Mai 1962 wurde hier das Oranien-Nassau-Museum eröffnet.
Besucher sollten sich vorab telefonisch anmelden, um an den Führungen teilnehmen zu können, die Zugang zu ausgewählten Palastbereichen gewähren. Die besten Ergebnisse erzielt man mit ausreichend Zeit, um die Räume und die historischen Sammlungen in Ruhe zu erkunden.
Die Deckenmalerei der Kapelle mit dem Pfingstwunder galt lange als Werk des Niederländers Jan van Dyk, stammt tatsächlich aber von Carlo Lodovico Castelli, dem Bruder des Stuckateurs Eugenio Castelli. Die Orgel über der Kanzel wurde 1967 von Eduard Wagenbach in einem Barockgehäuse erbaut und hat 25 Register auf zwei Manualen und Pedal.
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