Schloss Philippseich, Historisches Schloss in Götzenhain, Deutschland.
Schloss Philippseich ist eine Schlossanlage bei Götzenhain, bestehend aus einem schlichten Hauptgebäude mit Mansarddach, das zwischen 1794 und 1800 unter Graf Heinrich-Ferdinand entstand, umgeben von zahlreichen Nebengebäuden und einem Park aus dem 18. Jahrhundert. Zu den Nebengebäuden zählen der Grüne Bau, das Verwalterwohnhaus und eine Zehntscheune. Von dem ursprünglichen Jagdschloss des 17. Jahrhunderts ist ein Kellergewölbe unter einem Fachwerkhaus namens Bunkerhaus erhalten.
Um 1675 ließ Graf Johann Ludwig von Isenburg im bisherigen herrschaftlichen Tiergarten einen zweigeschossigen Holzbau als Jagdschloss errichten. Sein Sohn Johann Philipp ergänzte den Grünen Bau und die Schlosskirche, die zur Familiengruft wurde; nach Johann Philipps Tod wurde 1711 die Nebenlinie Isenburg-Philippseich begründet, und Philippseich wurde Residenz einer Teilgrafschaft mit Götzenhain, Offenthal, Sprendlingen, Urberach, Messel und Münster bis 1806. Zwischen 1794 und 1800 entstand unter Graf Heinrich-Ferdinand ein neuer Schlossbau in schlichter Mansardform. 1920 starb die Linie aus, das Schloss fiel an Isenburg-Birstein, wechselte 1941 außerhalb der Familie den Besitzer und wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts grundlegend saniert.
Die Schlosskirche entstand zu Beginn des 18. Jahrhunderts unter Graf Johann Philipp und birgt die Gruft der Linie Isenburg-Philippseich. Im Sommer wird sie für Gottesdienste und Hochzeiten genutzt; die evangelische Gemeinde hat ein Wegerecht über das Gelände, um sie zu erreichen.
Das Gelände darf nur zu Gottesdiensten der evangelischen Gemeinde betreten werden, der ein Wegerecht zur Schlosskirche eingeräumt ist; die Kirche wird im Sommer für Gottesdienste und Hochzeiten genutzt. Im Schloss befinden sich nach einem Umbau Wohnungen, eine Innenbesichtigung gibt es nicht. Die Anlage liegt bei Dreieich-Götzenhain im Landkreis Offenbach.
Bevor das Schloss 1941 neue Besitzer bekam, enthielten seine Räume eine bemerkenswerte Kunstsammlung mit Familienporträts, Ansichten des Schlosses Hayn und englischen Kupferstichen. Diese Sammlung umfasste auch Renaissance-Elfenbeinschnitzereien, die von der kulturellen Raffinesse der Familie zeugten.
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