Wetterau-Limes, Römisches Befestigungssystem in Hessen, Deutschland
Der Wetterau-Limes ist der Teil des Obergermanisch-Raetischen Limes, der die Wetterau in Hessen umschloss. Er verlief vom Taunuskamm, wo eine Schneise als Nachschubweg von hölzernen Türmen gesichert war, durch fruchtbares Ackerland bis zum Main bei Großkrotzenburg. Wegen starker landwirtschaftlicher Nutzung sind nur wenige Abschnitte oberirdisch sichtbar, an den Taunusausläufern, bei Echzell, Limeshain und östlich von Hanau.
Während der Feldzüge Domitians gegen die Chatten 83 und 85 n. Chr. schlugen die Römer Schneisen in die Wälder des heutigen Hessen und sicherten dann den Taunuskamm und die Wetterau mit einer Linie hölzerner Wachtürme. Die Grenze wurde nach und nach verstärkt; die Kastelle Marköbel, Rückingen und Großkrotzenburg entstanden wahrscheinlich erst in trajanischer Zeit. Im Jahr 259/260 n. Chr. gab Rom alles rechtsrheinische Gebiet auf, woraufhin das Töpfereigewerbe in der Wetterau weitgehend zum Erliegen kam.
Die Befestigungen zeigen, wie Rom hier die Grenzen seines Reiches markierte und kontrollierte. Besucher sehen heute Reste von Holzpalisaden und Wällen, die das alltägliche Leben der Soldaten an dieser abgelegenen Grenzlinie widerspiegeln.
Die Überreste sind über markierte Wanderwege zugänglich, die verschiedene archäologische Punkte verbinden und zu Fuß erkundet werden können. Das Saalburg Museum bietet detaillierte Informationen und Kontexte zur Bedeutung dieser römischen Grenzanlage.
Lange wurde vermutet, die östliche Wetteraustrecke verlaufe durch den Vogelsberg; die Ausgrabungen des Hanauer Geschichtsvereins unter Albert Duncker und Georg Wolff in den 1880er Jahren widerlegten dies. Aus dem Grenzgebiet stammt auch der Münzschatz von Ober-Florstadt, der wohl während der Germaneneinfälle des Jahres 233 verborgen wurde.
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