Urwald Weißwasser, Naturschutzgebiet in Trebendorf und Weißwasser, Deutschland
Urwald Weißwasser war ein 97,45 Hektar großes Naturschutzgebiet in der Muskauer Heide, fünf Kilometer westlich von Weißwasser. Es umfasste die Abteilungen 184 bis 186, 202 und 203 des Muskauer Tiergartens mit alten Kiefern und einer seltenen regionalen Abart der Traubeneiche. Der Tagebau Nochten hat das Schutzgebiet bis 2015 vollständig überbaggert; heute ist der Ort eine zerstörte, wieder aufgebaute Landschaft.
Der Wald verdankte seine Gestalt der Jagdleidenschaft der Muskauer Standesherren: Schon um 1648 bestand unter der Familie von Callenberg eine Jagdunterkunft, die im 18. Jahrhundert zum Jagdschloss ausgebaut wurde, mit einem Wildgatter von bis zu 3000 Hektar. Am 30. März 1961 wurde das Kerngebiet als „Urwald Weißwasser“ unter Naturschutz gestellt. Der Tagebau Nochten hat das 97,45 Hektar große Schutzgebiet bis 2015 vollständig überbaggert.
Der Name Urwald Weißwasser, Wald ohne Forstwirtschaft, stammt von den alten Beständen bis zu 400 Jahre alter Kiefern und Eichen. Erhalten blieb der Wald, weil die Muskauer Standesherren ihn für die Jagd reservierten; schon Mitte des 17. Jahrhunderts jagte der Dresdner Hof hier. Der Tagebau Nochten hat das Schutzgebiet bis 2015 beseitigt; als Ersatz ist eine rund 1.600 Hektar große Kulturlandschaft geplant, für die Altpflanzen geborgen und Pfropfreiser genommen wurden.
Der Ort ist am besten zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erkunden, wobei einige Wege durch nasse Gebiete führen und festes Schuhwerk empfohlen wird. Besucher sollten früh kommen, da die Gegend ruhig ist und die besten Beobachtungen von Wildnis und Flora in den frühen Morgenstunden möglich sind.
Der Tagebau Nochten hat das Schutzgebiet bis 2015 vollständig überbaggert. Als Ersatz plante der Bergbaubetreiber eine rund 1.600 ha große Kulturlandschaft, die die nacheiszeitliche Folgelandschaft und ihre typische Flora nachbildet. Wertvolle Einzelpflanzen wurden geborgen, Pfropfreiser genommen und Samen gesammelt, für geschützte Bäume entstanden Gen-Erhaltungsplantagen. Geborgene Originalstücke erhielten sogar GPS-Adressen zum Auffinden des Altstandortes.
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