St.-Johannis-Kirche, Romanische Kirche in Wernigerode, Deutschland.
St. Johannis ist eine evangelische Pfarrkirche am Nordwestrand der historischen Neustadt von Wernigerode. Vom romanischen Kern sind der Westturm und das südliche Querhaus erhalten; das Langhaus wurde im 15. Jahrhundert zur dreischiffigen Hallenkirche umgebaut und 1497 vollendet. Im Inneren steht über dem weißen Altar ein fünfteiliger Wandelaltar, dessen Rückseite auf 1415 datiert ist; der achteckige Taufstein von 1569 zeigt ein Porträt Martin Luthers.
Die Kirche wurde 1279 vollendet, als Bischof Volrad von Halberstadt den Altar weihte; Westturm und südliches Querhaus stammen aus dieser romanischen Phase. Im 15. Jahrhundert wurde das Langhaus zur dreischiffigen Hallenkirche umgebaut und 1497 vollendet. Die Restaurierung von 1864/65 bis 1885 entfernte Emporen und Gestühl der Barockzeit und brachte Ausstattung des einheimischen Holzbildhauers Gustav Kuntzsch. Der Bombenangriff am 22. Februar 1944 beschädigte Dach, Chor und Fenster; ab 1970 wurde das zugemauerte Westportal geöffnet, 1992 der Turmraum mit dem Kircheninnern verbunden.
Die Kirche ist weiterhin Pfarrkirche der evangelischen Gemeinde, deren Schild an der Kanzel „ev. Kirchengemeinde“ zeigt. Der fünfteilige Wandelaltar von 1415 wird nach dem Kirchenjahr geöffnet: Die Werktagsseite zeigt Verkündigung und Anbetung der Heiligen Drei Könige, die Sonntagsseite vier Szenen des Marienlebens, die ganz geöffnete Festtagsseite Maria als Himmelskönigin zwischen vier musizierenden Engeln.
Die Kirche liegt am nordwestlichen Rand der historischen Neustadt, wenige Gehminuten vom Wernigeröder Zentrum entfernt. Das Erdgeschoss des Westturms wurde erst 1992 mit dem Kircheninneren verbunden; der Zugang erfolgt daher über das Hauptportal, nicht über den Turm. Das Bauwerk ist ein Baudenkmal in Sachsen-Anhalt und wird von der evangelischen Kirchengemeinde genutzt, sodass Besuche während der Gottesdienste eingeschränkt sein können.
Die Orgel ist die einzige erhaltene von einst drei Ladegast-Orgeln in Wernigerode; ihr neugotischer Prospekt wurde von Carl Frühling entworfen und von Gustav Kuntzsch geschnitzt. Die zehn Chorfenster wurden 2016 nach Entwürfen von Günter Grohs neu gestaltet und von den Glaswerkstätten F. Schneemelcher in Quedlinburg ausgeführt.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 93.941 Mitwirkenden weltweit.