Frauenkirche, Rokokokirche in Günzburg, Bayern, Deutschland
Die Frauenkirche ist eine ab 1736 von Dominikus Zimmermann errichtete Rokokokirche mit geschwungener Westfassade, hohem Ziegeldach und einem 50 Meter hohen Turm in der südlichen Chorwinkel, dessen unterer quadratischer Teil von der gotischen Vorgängerkirche stammt. Die Mauern sind weiß mit zartrosa Pilastern, Gesimsen und Fensterumrahmungen; links sitzt ein hölzernes Stichbogentor. Im Inneren tragen 16 Säulen ein Spiegelgewölbe mit Anton Enderles Fresko der Marienkrönung von 1741, umgeben von Stuck und Gold, dazu rosafarbene Marmorverkleidung und eine doppelte Nonnenempore im Westen.
Um 1380 stand hier vermutlich eine Kapelle zu Ehren der Jungfrau Maria; 1433 wurde daneben ein Franziskanerinnenkloster gegründet und die Kapelle im Stil der Gotik erweitert. Der große Brand von 1735 zerstörte die Kirche, nur der untere Turmteil blieb erhalten. Ab 1736 baute Dominikus Zimmermann sie im Rokoko neu; Langhaus und Chor waren 1741 fertig, Altäre und Kanzel wurden 1757 eingebaut, 1780 erfolgte die Weihe.
Der Name der Kirche stammt von ihrer Weihe an Maria; die vom Offinger Schreiner Hans Michael Baur an Süd- und Westportal geschnitzten Symbole der Lauretanischen Litanei – Bundeslade, Pforte des Himmels, Morgenstern – verweisen auf sie. Seit 1825 nutzen die Maria-Ward-Schwestern, die das ehemalige Franziskanerinnenkloster erwarben, die frühere Nonnenempore als Chor.
Die Kirche steht am Frauenplatz in der Günzburger Oberstadt, ihr Westportal ist dem Platz zugewandt. Der Innenraum ist ebenerdig zugänglich; Langhaus, der um zwei Stufen erhöhte Chor und die westliche Doppelempore liegen im Erdgeschoss. Von 1998 bis 2002 wurde die Kirche innen und außen grundlegend saniert und restauriert.
Der untere Teil des 50 Meter hohen Turms stammt noch von der gotischen Vorgängerkirche, die beim Brand 1735 zerstört wurde; der Rokokoneubau Dominikus Zimmermanns folgte ab 1736. Die westliche Doppelempore, die Nonnenempore auf sechs marmorierten Säulen, diente den Maria-Ward-Schwestern ab 1825 als Chor.
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