Franziskanerkloster Annaberg, Franziskanerkloster in Annaberg-Buchholz, Deutschland.
Das Franziskanerkloster Annaberg ist ein Klosterkomplex mit gotischer Architektur, der sich an einem Nordhang der Stadt erstreckt und mehrere verbundene Gebäudeflügel umfasst. Der Komplex enthält Wohn- und Wirtschaftsräume über mehrere Geschosse, unterirdische Kelleranlagen und Räume für das Gemeinschaftsleben.
Das Kloster wurde 1502 auf Betreiben Georgs des Bärtigen eingerichtet, des albertinisch-sächsischen Landesherrn und Gründers von Annaberg, eines entschiedenen Gegners der lutherischen Lehre. Der Bau verzögerte sich und war 1509 noch nicht beendet, doch im August 1512 tagte das Provinzkapitel der Saxonia in Annaberg. 1510 trat der spätere Reformator Friedrich Myconius in den Konvent ein. Nach Einführung der Reformation hob Herzog Heinrich von Sachsen das Kloster 1539 auf, die verbliebenen neun Franziskaner verließen die Stadt.
Die Klosterbibliothek ging 1539 an den Rat der Stadt, ein Jahr später an die St.-Annen-Kirche und 1558 an die städtische Lateinschule; nach dem Zweiten Weltkrieg kam sie zurück an die Kirchengemeinde und macht heute etwa ein Fünftel des Bibliotheksbestandes der St.-Annen-Kirche aus. Die von Hans Witten gestaltete Ablasspforte „Schöne Tür“ wurde 1577 in die St.-Annen-Kirche versetzt, der Hauptaltar steht seit 1594 in der Buchholzer St.-Katharinen-Kirche.
Das Kloster besteht nicht mehr als religiöse Niederlassung; sein Gelände liegt am Nordrand der Annaberger Altstadt, wo der Steilabfall zum Sehmatal beginnt. Der Ort wird heute von der fünfgeschossigen klassizistischen Röhlingschen Fabrik eingenommen, die bis 2012 das Amtsgericht beherbergte und nun das Annaberger Finanzamt ist, sowie vom ehemaligen Bergmagazin. Mauerreste des Chors der Klosterkirche sind in den späteren Bauten noch sichtbar.
Die Klosterbibliothek überlebte die Mönche: 1539 dem Rat der Stadt übergeben, kam sie an die St.-Annen-Kirche und 1558 an die städtische Lateinschule. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangte sie zurück an die Kirchengemeinde und macht heute etwa ein Fünftel des Bibliotheksbestandes der St.-Annen-Kirche aus.
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