Fundplatz Bilzingsleben, Archäologische Fundstätte in Bilzingsleben, Deutschland
Bilzingsleben ist eine archäologische Ausgrabungsstätte in Thüringen, wo Forscher Spuren uralter menschlicher Besiedlungen freigelegt haben. Die Funde stammen aus verschiedenen Epochen und zeigen mehrere Lebensbereiche mit unterschiedlichen Artefakten und Knochenresten.
In der Travertin-Grube Steinrinne wurden seit dem 13. Jahrhundert fossile Knochen gefunden; 1818 entdeckte Friedrich von Schlotheim einen kalkverkrusteten Menschenschädel, der heute verloren ist. Dietrich Mania erkannte 1969 Fossilien und Artefakte, von 1971 bis 1992 wurden 1.600 m² systematisch ausgegraben. Die Travertinschichten datieren die Funde in die Reinsdorf-Warmzeit vor rund 370.000 Jahren.
Der Name der Fundstelle bedeutet „Fundort Bilzingsleben“; der ehemalige Travertinsteinbruch „Steinrinne“ lieferte Baustein für die Region, etwa für die Stadtmauer von Kindelbrück. Zu den Funden zählen kleine Hackwerkzeuge, Knochenhacken, Schaber und Spitzen, einige Hacken aus Geweih oder Elfenbein sowie erhaltene Holzgegenstände. Ein Elefantenschienbein trägt zwei Gruppen von 7 und 14 eingeritzten parallelen Linien, möglicherweise ein früher Kalender.
Der Fundplatz liegt etwa 1,5 km südlich des Ortes Bilzingsleben auf dem Sporn der Steinrinne, umrahmt von der Wipper im Osten und dem Wirbelbach im Süden, bei 175 m ü. NN. Die Oberfläche des ehemaligen Steinbruchs liegt rund 35 m über der heutigen Aue, der Zugang steigt also an; der Untergrund ist Travertin eines aufgelassenen Steinbruchs, kein angelegter Weg.
Zu den Funden gehört ein Elefantenschienbein mit zwei Gruppen eingeritzter paralleler Linien, 7 in der einen und 14 in der anderen, die vor 350.000 bis 400.000 Jahren mit einem einzigen Steinwerkzeug gezogen wurden. Die gleichmäßigen Abstände und die V-förmigen Querschnitte veranlassten Forscher zu der Annahme, die Markierungen könnten einen frühen Kalender darstellen.
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