St. Joseph, Barockkirche in St. Pauli, Deutschland
St.-Josephs-Kirche ist eine Barockkirche in St. Pauli mit einer markanten Backsteinsfassade, prominentem Portal und einer Statue des Heiligen Josef mit dem Jesuskind. Das Gebäude zeigt klassische barocke Formensprache durch seine harmonischen Proportionen und dekorativen Details.
Die Gemeinde wurde um 1594 gegründet und errichtete ab 1660 eine erste Kapelle an der Großen Freiheit; sie verbrannte beim Altonaer Stadtbrand 1713 während des Großen Nordischen Krieges. Den Grundstein der heutigen Kirche legte am 21. Juni 1718 Graf Christoph Ernst Fuchs von Bimbach, Gesandter des Kaisers; 1721 wurde der Bau geweiht. 1944 brannte bei Bombenangriffen der Innenraum aus, das Dach stürzte ein, nur die schwer beschädigte Fassade blieb stehen.
Die Kirche bietet regelmäßig Gottesdienste in deutscher und polnischer Sprache an, was die vielfältige Gemeinde des Stadtteils St. Pauli widerspiegelt. Diese sprachliche Offenheit zeigt, wie der Ort Menschen verschiedener Herkunft zusammenbringt.
Die Kirche steht etwas zurückgesetzt an der Großen Freiheit, sodass ein kleiner Vorplatz entsteht; die Schmuckstraße führt rechtwinklig auf das Portal zu und gibt den Blick auf die barocke Fassade frei. Ihre heutige Form erhielt der Innenraum beim Wiederaufbau 1953–1955 und bei der Rebarockisierung 1976–1978 unter dem Architekten Jörn Rau. Die Krypta wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und ist nicht zu besichtigen.
Das Gotteshaus steht inmitten von Nachtclubs und Unterhaltungsstätten im Rot-Licht-Viertel Hamburgs, was einen auffälligen architektonischen Gegensatz schafft. Diese ungewöhnliche Nachbarschaft zeigt, wie der Ort seit Jahrhunderten eine Oase der Ruhe inmitten des belebten Viertels bleibt.
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