Gutshaus Quassel, Herrenhaus in Lübtheen, Deutschland
Das Gutshaus Quassel ist ein zweigeschossiges Herrenhaus in Lübtheen, 1857 als Fachwerkgebäude errichtet und 1886 durch den Hamburger Architekten Martin Haller mit einer neugotischen Fassade versehen. Die Vorderseite ist in 13 Achsen gegliedert, über den Fenstern sitzen Spitzbögen; die schlichtere Rückseite hat kurze Seitenflügel. Vor dem Haus liegt ein Rasenrondell.
Das Anwesen gehörte ursprünglich der Familie von Lützow und wurde 1721 an andere Adelsfamilien übertragen, darunter die Grafen von Eckstedt-Peterswaldt und die Familie von Paepcke. Die heutige Gestalt mit ihren markanten Türmen entstand am Ende des 19. Jahrhunderts.
Elisabeth von Eicken heiratete 1897 in die Familie von Paepcke ein und fertigte ab 1895 mehrere Ölgemälde von Gut Quassel samt Park und Außenanlagen. Die 1839 nobilitierte Familie blieb bis 1901 auf dem Gut und zog dann auf ihr Gut Lütgenhof.
Der umgebende Park ist für Besucher zugänglich und bietet Wege durch die gepflegten Grünflächen, die sich ideal für einen Rundgang eignen. Der Rasenbereich vor dem Herrenhaus ist der natürliche Mittelpunkt für Besichtigungen und Fotografie.
Vom 9. bis 21. April 1945 lag der Gefechtsstand der Luftflotte Reich unter Generaloberst Hans-Jürgen Stumpff im Gutshaus Quassel. Der Stab zog ein, während die Front näher rückte; im selben Jahr wurde das Gut enteignet und später von einer LPG bewirtschaftet.
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