Münter-Haus, Künstlerhausmuseum in Murnau am Staffelsee, Deutschland
Das Münter-Haus ist ein dreigeschossiges Haus mit Mansardenwalmdach in Murnau am Staffelsee, das von 1908 bis 1909 vom Architekten Ernst Hegemann für den Maurer Xaver Streidl nach dem Vorbild altbayerischer Gebirgshäuser erbaut wurde. Das steile Satteldach ist mit rotbraunen Ziegeln gedeckt, der obere Giebel mit graublauen Schindeln verkleidet und mit dunkelblauen Fensterläden versehen, die unteren Wände sind oben weiß verputzt und unten ockergelb. Ein rechteckiger Schornstein erhebt sich vom Dachfirst.
Das Haus wurde Anfang des 20. Jahrhunderts zum Wohnort von Gabriele Münter und Wassily Kandinsky, die es als künstlerisches Zentrum nutzten. Diese Zeit war entscheidend für die Entwicklung der künstlerischen Bewegung Der Blaue Reiter und prägte das Haus als Ort des künstlerischen Austausches.
Das Haus zeigt die Liebe von Gabriele Münter zur bayerischen Volkskunst durch ihre Sammlung von bemalten Möbeln und Objekten aus der Region. Diese Werke stehen neben modernen Kunstwerken und zeigen, wie die Künstlerin traditionelle handwerkliche Techniken mit neuen künstlerischen Ideen verband.
Das Haus kann mittwochs bis sonntags mit Führungen besucht werden, um die Wohnbereiche und Werkstätten zu erkunden. Es ist hilfreich, sich vorher zu informieren, da die Besuchsmöglichkeiten je nach Saison variieren können.
Während der NS-Zeit versteckte Gabriele Münter einen großen Teil von Kandinskys Frühwerk im Keller des Hauses, um es vor der Beschlagnahme als „Entartete Kunst“ zu bewahren. Zu ihrem 80. Geburtstag 1957 schenkte sie diese Werke der Stadt München; sie bilden den Kernbestand der Sammlung im Lenbachhaus.
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