Nathanael-Kirche, Neugotisches Kirchengebäude in Schöneberg, Deutschland.
Die St.-Nathanael-Kirche ist eine neugotische Backsteinkirche am Grazer Platz in Schöneberg, entworfen von Jürgen Kröger und 1903 eingeweiht. Ihr hoher quadratischer Turm trägt ein steiles Pyramidendach, grüne Zifferblätter mit goldenen Zeigern und darunter hohe blinde Lanzettfelder. Das Schiff hat ein steiles Ziegeldach mit giebeligen Dachgauben und spitzbogige Fenster mit hellem Maßwerk aus Stein.
Die Kirche wurde 1903 fertiggestellt und entstand in einer Zeit, als Schöneberg schnell wuchs und neue religiöse Gebäude brauchte. Ihr Bau spiegelt die städtische Entwicklung Berlins im frühen 20. Jahrhundert wider.
Die Kirche ist Nathanael geweiht, einem Jünger Jesu, der oft mit dem Apostel Bartholomäus gleichgesetzt wird; der Name steht für den Weg vom gläubigen Judentum zum Glauben an Jesus. Die Gemeinde wurde aus der Schöneberger Pfarrei ausgepfarrt und bei der Einweihung 1903 selbstständig. Die drei im Juli 1903 hochgezogenen Gussstahlglocken des Bochumer Vereins wurden in beiden Weltkriegen nicht eingeschmolzen.
Die Kirche steht am Grazer Platz und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht zu erreichen. Besucher sollten beachten, dass die beste Zeit zum Erkunden der Architektur tagsüber ist, wenn das Licht die Details hervorhebt.
Die drei vom Bochumer Verein gegossenen Gussstahlglocken, im Juli 1903 hochgezogen, wurden in keinem der beiden Weltkriege zu Munition eingeschmolzen. Ihre Herstellung samt Klöppel, Achsen, Lagern und Läutehebel kostete 5308 Mark.
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