St. Nikomedes, Kirchengebäude in Steinfurt, Deutschland.
St. Nikomedes ist eine neugotische Hallenkirche aus Werkstein, die 1885 bis 1889 nach Plänen von Hilger Hertel dem Älteren an der Stelle der abgebrochenen Stiftskirche errichtet wurde. Der 99 Meter hohe Turm, der dritthöchste des Münsterlandes, trägt eine Uhr und eine steile Schieferhaube mit Kreuz; rote Ziegeldächer decken die Seitenschiffe.
St. Nikomedes steht am Ort der Stiftskirche des Stifts Borghorst, die 1885 abgebrochen wurde, weil sie die wachsende Gemeinde nicht mehr fasste. Der Neubau entstand 1885 bis 1889 nach einem Entwurf von Hilger Hertel dem Älteren. Seine Größe spiegelt den Wohlstand aus der Textilindustrie nach dem Bau der Bahnstrecke Münster–Gronau–Enschede; Borghorst wuchs von 2.063 Einwohnern 1861 auf 4.100 im Jahr 1879.
Die Gemeinde bewahrt das Borghorster Stiftskreuz, ein goldenes Reliquienkreuz des 11. Jahrhunderts mit Holzkern, vorn mit Goldblech, hinten mit Kupferblech beschlagen. Es wurde am 29. Oktober 2013 gestohlen, 2017 sichergestellt und 2024 in die Kirche zurückgebracht. Im Turm hängen sechs Glocken der abgebrochenen Stiftskirche, die älteste 1507 von Wolter Westerhues gegossen.
Die Kirche steht am Platz der früheren Stiftskirche, an der historischen Achse Borghorsts entlang der Emsdettener Straße und der Münsterstraße, rund 500 Meter nördlich des Katharinenplatzes. Ihr 99 Meter hoher Turm dient von den umliegenden Straßen aus als Orientierungspunkt. Das Gebäude ist ein Baudenkmal; Öffnungszeiten und Zugang zum Innenraum sind vor Ort zu erfragen.
Im Turm hängt ein barockes Geläut aus sechs Glocken, die alle aus der 1885 abgebrochenen Stiftskirche stammen. Die älteste, die Salvatorglocke von 1507, goss Wolter Westerhues. Es ist eines der wenigen vollständig erhaltenen historischen Stiftsgeläute Westfalens, aufgehängt in einem Holzstuhl des 19. Jahrhunderts.
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