Zisterzienserinnenkloster Uetersen, Zisterzienserinnenkloster in Uetersen, Deutschland
Das Kloster Uetersen ist ein Klosterkomplex in Schleswig-Holstein, dessen Gebäude aus verschiedenen Zeiträumen stammen und zusammen ein historisches Gesamtbild ergeben. Der südliche Flügel zeigt Backsteingotik, eine Äbtissinnen-Residenz entstand 1644, und die Klosterkirche wurde zwischen 1747 und 1749 errichtet.
Heinrich II. von Barmstede gründete die Anlage 1234, indem er zwölf Nonnen aus dem Kloster Reinbek holte, um eine neue zisterziensische Gemeinschaft zu schaffen. Nach der Reformation 1555 wandelte sich die Funktion grundlegend, als sie zur Stiftung für unverheiratete Adlige wurde.
Der Name Uetersen geht auf das „uterste End“ zurück, das äußerste Ende des Herrschaftsbereichs der Ritter von Barmstede, wo das Kloster 1234 gegründet wurde. Seit 1555 ist der Konvent ein adeliges Damenstift; seine Mitglieder, Stiftsdamen oder Konventualinnen genannt, waren unverheiratete Adlige. 1996 gehörten dem Konvent neben der Priörin noch sieben Damen an, von denen keine mehr im Klosterbezirk wohnte; die Konventualinnenhäuser sind vermietet.
Der frühere Kreuzganghof ist heute der Jungfernfriedhof mit gut erhaltenen klassizistischen Grabmalen aus der Anfangszeit des Stifts. Das Haus der Priörin beherbergt die Gaststätte „Die Klosterküche“ und ist für Besucher zugänglich; der alte Konventsaal im ersten Stock dient dem Standesamt für Trauungen. Die Barockkirche von 1747 bis 1749 liegt zwischen Kloster und Friedhof.
Die Landgüter des Klosters erstreckten sich einst über ein riesiges Gebiet von Neumünster bis Altona und umfassten eigene Wirtschaftsbetriebe wie Ziegeleien und Mühlen. Dieses Ausmaß an Besitz und wirtschaftlicher Macht zeigt, wie einflussreich diese Gemeinschaft in der Region war.
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