Schloss Friedelhausen, Gotisches Schloss in Lollar, Deutschland
Schloss Friedelhausen, das Neue Schloss, steht rund 200 Meter nördlich und oberhalb des alten Hofguts an der Lahn zwischen Marburg und Gießen. Der englische Architekt John Dobson entwarf es im Stil der Tudorgotik: ein zweigeschossiger, nahezu kubischer Bau mit Zinnenkranz und Flachdach, dessen Ecken schlanke, überhöhte offene Türme flankieren. Er besteht aus dunklem Lungstein-Basalt aus Londorf, und Kletterpflanzen bedecken einen Teil des unteren Geschosses.
Baron Adalbert von Nordeck zur Rabenau ließ das Schloss 1852 als Wohnresidenz für seine englische Frau Clara errichten. Diese Gründung im 19. Jahrhundert war die Antwort auf den Wunsch nach einem Anwesen, das englische und deutsche Bautraditionen miteinander verbindet.
Der Dichter Rainer Maria Rilke verbrachte hier 1905 den Sommer als Gast der Gräfin von Schwerin. Sein Aufenthalt in den Räumen des Schlosses hat die Literaturgeschichte der Region geprägt.
Das Schloss ist von den Grafen von Schwerin bewohnt und kann nicht besichtigt werden. Die beiden Gedenksäulen stehen an der von Osten heranführenden Allee, das tiefer gelegene Hofgut mit Hofladen liegt rund 200 Meter südwestlich.
Die Mauern bestehen aus dunklem Basalt, dem sogenannten Lungstein aus Londorf, der sich gut bearbeiten lässt und auch bei der Restaurierung des Kölner Doms verwendet wird. Das Innere bemalte der Kasseler Dekor-Künstler Reinhard Hochapfel im illusionistischen Stil; originale, für das Schloss angefertigte Möbel und Tapeten sind erhalten.
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