Heilig-Kreuz-Kirche, Gotische Kirche am Marktplatz, Aschersleben, Deutschland
Die Heilig-Kreuz-Kirche in Aschersleben ist ein einschiffiger Bau mit frühgotischen Formen am Marktplatz, dessen Mauern aus Bruchsteinen bestehen. Fünf gleiche Joche sind mit Kreuzgewölben gedeckt, die auf schlichten Wandpfeilern ab zwei Metern Höhe aufsetzen; durch Orgelempore und eine Zwischenwand von 1954 sind nur noch drei Joche überschaubar. Die Langwand zeigt hohe Spitzbogenfenster und zwei kurze, mit kleinen Dächern gedeckte Strebepfeiler, über dem hinteren Dachende erhebt sich ein quadratischer Holzturm mit dunkler Bretterverkleidung.
Das Gründungsjahr der Franziskaner-Klosterkirche ist unbekannt; die Formen weisen auf die Mitte des 13. Jahrhunderts hin, die älteste Urkunde des Klosters datiert von 1311. 1525 flohen die Brüder während des Bauernkriegs und kehrten nie zurück. 1644 wurde die Kirche zum Pferdestall umfunktioniert, 1698 für die reformierte Gemeinde wiederhergestellt.
Die Kirche wird auch Marktkirche genannt, weil sie unmittelbar am Aschersleber Marktplatz steht. Ihre fünf Joche sind mit Kreuzgewölben gedeckt, deren schlichte Schlusssteine um 1700 mit Kurfürstenhut, Rose, brandenburgischem Adler und dem Wappen von Aschersleben bemalt wurden. Unter der Tünche der Gewölbezwickel sind Reste älterer Deckenmalereien erhalten.
Die Kirche steht unmittelbar am Aschersleber Marktplatz und ist zu Fuß von den Straßen der Altstadt aus erreichbar. Wegen einer 1954 eingebauten Zwischenwand und der Orgelempore sind im Inneren nur drei der fünf Joche zu überblicken. An der Ostwand befindet sich das Denkmal für Oberstleutnant Louis de Feyrac.
Die Kirche diente einem Kürassierregiment als Garnisonkirche; Offiziere und ihre Familien wurden hier bestattet. Bei Renovierungsarbeiten 1975 kam der Grabstein der im November 1745 mit zwei Monaten verstorbenen Antoinette Wilhelmine Gräfin von Borcke zum Vorschein, der umgedreht als Bodenplatte diente.
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