Ruine Praßberg, Mittelalterliche Burgruine bei Wangen im Allgäu, Deutschland
Burgruine Praßberg ist die Ruine einer Höhenburg über dem Argental auf 606,3 m bei dem Weiler Beutelsau von Wangen im Allgäu. Der Bergfried misst 9,8 mal 9,7 Meter, hat im Untergeschoss 3,3 Meter starke Mauern und einen Hocheingang; bis zur halben Höhe besteht er aus großen quaderartig zugehauenen Steinen. Zur Anlage gehörten zudem ein Palas, ein Zwinger und die Georgskapelle.
Abt Manegold von Böttstein-Mammern von St. Gallen ließ die Burg 1123 als Brahsberc errichten; 1167 werden die Herren von Praßberg, Ministeriale der Abtei, als Besitzer genannt. Die Praßberger saßen bis 1397 auf der Burg, dann fiel sie an die Schellenberg, die sie 1411 an Heinrich von Summerau zu Leupolz verkauften. 1731 wegen Schulden sequestriert, wurde sie für 99.000 Gulden zwangsweise an die Freiherren von Westernach zu Kronburg verkauft, die sie 1749 an Graf Joseph Franz von Waldburg-Wolfegg weiterveräußerten. Bis 1835 bewohnt, war sie ab 1846 nur noch eine teilweise abgetragene Ruine.
Die Burgkapelle, die Georgskapelle, wurde 1414 erstmals erwähnt und überstand den Abbruch von 1846. Bis in die 1950er Jahre war sie in gutem Zustand, 1977 erhielt sie ein Notdach, doch Verfall und mutwillige Zerstörungen setzten sich fort. Eine Sage berichtet von einem weißgekleideten Fräulein, das sich in einer Maueröffnung des Bergfrieds zeigte, meist gegen Abend oder zwischen drei und fünf Uhr nachmittags.
Das Gelände ist zu Fuß über Wege vom alten Mühlhof Praßberg erreichbar und erfordert einen Aufstieg mit moderaten Höhenunterschieden. Die Ruine liegt inmitten von Wald und Feldern, was an den jahreszeitlichen Bedingungen beachtet werden sollte.
Der Turm bewahrt seinen originalen Eingang in beachtlicher Höhe über dem Bodenniveau, ein seltenes Überbleibsel mittelalterlicher Sicherheitsmaßnahmen. Diese Konstruktionsweise machte das Gebäude gegen Eindringlinge schwer erreichbar.
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