Hexenturm, Mittelalterlicher Wehrturm in Memmingen, Deutschland.
Der Hexenturm ist ein rechteckiger Wehrturm in Memmingen, dessen untere Teile aus Tuffstein bestehen, während die oberen Geschosse aus Ziegeln gebaut sind und ein Giebeldach krönt die Struktur. Das Bauwerk steht an der nördlichen Kante des alten Stadtviertels und bildet einen markanten Bestandteil der mittelalterlichen Stadtmauer.
Der Turm entstand um 1150 während der Gründungszeit der Stadt und war einer von drei Gefängnistürmen im mittelalterlichen Befestigungssystem Memmingen. Er spielte eine wichtige Rolle bei der Verteidigung und Kontrolle des nördlichen Zugangs zur Stadt.
Der Name Hexenturm bezieht sich auf die Zeit der Hexenverfolgungen in Bayern im 16. und 17. Jahrhundert. Besucher können heute noch spüren, wie dieser düstere Name die Geschichte des Ortes prägt und an eine beklemmende Vergangenheit erinnert.
Der Turm neigt sich nach Nordosten, da der Untergrund sandig ist, daher wurde er mit Stahlkabeln verstärkt, die am benachbarten Welfenhaus befestigt sind. Besucher sollten sich der Schieflage bewusst sein, die das Innere des Turms beim Betreten besonders macht.
Der Eingang befindet sich etwa 5 Meter über dem Boden auf der Höhe des ehemaligen Wehrgangs, der zum heute verschwundenen Notzen-Tor führte. Diese erhöhte Position zeigt, wie Besucher früher die Stadt erreichen mussten und bietet heute eine Perspektive auf die verlorene Verteidigungsstruktur.
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