Hoher Turm, Kirchturm im Zentrum, Chemnitz, Deutschland
Der Hohe Turm ist der Glockenturm der Stadt- und Marktkirche St. Jakobi in Chemnitz, an der Einmündung der Inneren Klosterstraße in den Markt. Er ist im Süden mit dem Alten Rathaus verbunden, während ein schmaler Durchgang ihn im Norden von der Jakobikirche trennt. Seinen barocken Abschluss mit geschweifter Haube, Laterne und zwiebelförmiger Bekrönung erhielt er beim Wiederaufbau nach dem Brand von 1746.
Die Anfänge des Turms sind ungeklärt; vermutlich entstand er in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts als Beobachtungs- und Wohnturm eines Festen Hofes. 1335–1338 wurde er zum Glockenturm der Jakobikirche erhöht. Nach seinem Einsturz 1946 wurde er bis 1986 in originalnaher Form wiederaufgebaut.
Der Name Hoher Turm unterscheidet ihn von der Jakobikirche, die nur durch einen schmalen Durchgang mit ihm verbunden ist. Seit 1498 wohnte ein Türmer im Turm, läutete die Glocken und versah die Brandwache über die Stadt. Die unteren Gewölbe dienten der Stadt, etwa als feuersicheres Archiv.
Der Zugang erfolgt durch Führungen, die Informationen über die Rekonstruktion und die heutige Nutzung vermitteln. Es ist empfehlenswert, vorher zu prüfen, ob Treppen erreichbar sind, da das Innere mehrere Ebenen hat.
Das „obere Turmgewölbe“ im Untergeschoss diente als feuersicherer Archivraum für städtische Unterlagen, während im Turm ein Türmer wohnte, der neben dem Läuten der Glocken die Brandwache versah; der früheste schriftliche Hinweis auf einen Chemnitzer Türmer stammt aus einer Urkunde von 1498.
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