Mausoleum Hermann Weil, Jüdisches Mausoleum am Friedhof Waibstadt, Deutschland
Das Mausoleum Hermann Weil ist ein achteckiger Kuppelbau mit Marmorboden und aufwendig gestalteter Mosaikdecke, der neben dem jüdischen Friedhof von Waibstadt steht. Ein angrenzender Innenhof gehört zur Gesamtanlage und bildet einen geschlossenen, geschützten Raum.
Das Mausoleum wurde zwischen 1924 und 1927 errichtet, aber während der Novemberpogrome 1938 schwer beschädigt und drei dort verwahrte Urnen verschwanden spurlos. Diese Zerstörung markierte einen Bruch in der Geschichte der Stätte.
Der Bau wurde neben dem jüdischen Friedhof errichtet, weil die jüdische Tradition Urnenbestattungen auf Friedhofsgelände nicht erlaubt. Das Gebäude zeigt, wie die jüdische Gemeinde ihre eigenen Bestattungsbräuche auch unter schwierigen Bedingungen bewahrt hat.
Das Gebäude ist von außen einsehbar und liegt in unmittelbarer Nähe des jüdischen Friedhofs, was einen Besuch beider Orte zusammen ermöglicht. Die Zugänglichkeit vor Ort sollte vorab geklärt werden, da es sich um ein unter Denkmalschutz stehendes Objekt handelt.
Das Mosaik an der Decke zeigt eine bemerkenswerte handwerkliche Qualität und kunstlerische Ausführung, die für Begräbnisbauten dieser Zeit ungewöhnlich ist. Dieses Detail macht das Gebäude zu einem seltenen Beispiel für die Bedeutung, die der Gestaltung beigemessen wurde.
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