Wallfahrtskirche Dieburg, Pilgerkirche in Dieburg, Deutschland
Die Wallfahrtskirche Dieburg ist eine weiß verputzte Kirche mit Fensterfassungen aus rotem Sandstein und dunklem Schieferdach. Ihr T-förmiger Grundriss verbindet ein einschiffiges Langhaus mit einem Querhaus; der langgestreckte gotische Ostchor mit fünf Maßwerkfenstern überragt das Langhausdach. Der Westturm endet in einem achteckigen Helm mit Kreuz.
836 ist eine romanische Basilika urkundlich belegt, möglicherweise mit einem freistehenden quadratischen Glockenturm, dessen Fundamente unter dem südlichen Querhausarm gefunden wurden. Nach einem Brand 1216 wurde der Turm abgebrochen und durch eine 1232 geweihte Marienkapelle ersetzt. Im 14. Jahrhundert wurden die Seitenschiffe vermauert, 1697 der südliche Querhausarm angebaut, 1712–15 der nördliche.
Die Kirche wird nach dem Vesperbild am Hochaltar, einer seit dem 15. Jahrhundert verehrten Pietà, auch Gnadenkapelle genannt. Seit 1972/73 zeigt ein Stationsweg mit sechs Terrakottaplastiken des Darmstädter Keramikbildhauers Adam Winter (1903–1978) die Sieben Schmerzen Mariens.
Das Gebäude befindet sich in der Altstadt und ist leicht über die Marienstraße zu erreichen. Als aktive Religionsstätte bietet es das ganze Jahr über Besuchsmöglichkeiten, wobei es hilfreich ist, die Öffnungszeiten zu beachten, da regelmäßige Gottesdienste stattfinden.
Am Hochaltar steht ein Vesperbild, eine Pietà der trauernden Maria mit dem toten Christus, die seit dem 15. Jahrhundert als Gnadenbild verehrt wird; daher der zweite Name der Kirche, Gnadenkapelle. Die Ausgrabungen 1930/31 legten unter der südlichen Querhausapsis die Fundamente eines freistehenden quadratischen Glockenturms frei, vielleicht eines der wenigen deutschen Beispiele eines Campanile.
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