Bismarck-Mausoleum, Neuromanisches Mausoleum in Friedrichsruh, Aumühle, Deutschland.
Das Bismarck-Mausoleum auf dem Schneckenberg bei Friedrichsruh ist eine neoromanische Grabkapelle, die Ferdinand Schorbach entwarf und die im Frühjahr 1899 fertiggestellt wurde. Das dominierende Oktogon mit Pyramidendach, von romanischen Vierungstürmen inspiriert, birgt die Marmorsarkophage von Otto von Bismarck und Johanna von Puttkamer; östlich schließt eine einschiffige Kapelle mit Rundapsis an. Der Tuffbau steht auf einem Sockel aus unregelmäßig behauenen Granitsteinen.
Otto von Bismarck starb 1898 und wurde zusammen mit seiner Ehefrau Johanna in der neugebauten Anlage beigesetzt. Kaiser Wilhelm II. nahm an der feierlichen Beisetzung am 16. März 1899 teil.
Die Inschrift der Kapelle, von Bismarck selbst bestimmt, lautet „Ein treuer deutscher Diener Kaiser Wilhelms I.“ Der Sarkophag seiner Frau Johanna trägt das Bibelwort 1. Johannes 4,16. Im Apsisfenster hält ein Engel ein Schriftband mit „Pax vobiscum“, über dem Apsisbogen steht Kolosser 3,23. Der Bismarckbund und jährlich am 27. Mai die Überlebenden des Schlachtschiffs Bismarck hielten hier Gedenkveranstaltungen ab.
Die Kapelle und das Gelände sind weiterhin Eigentum der Familie von Bismarck, können aber besichtigt und für private Führungen oder Feiern angemietet werden. Die untere Familiengruft ist nicht öffentlich zugänglich, das Oktogon darüber mit den beiden Marmorsarkophagen schon. Der Zugang erfolgt über die Vorhalle an der Südseite, in deren Portaltympanon das Wappen Bismarcks sitzt.
Die Behauptung, der Grundriss des Oktogons sei vom Grabmal Theoderichs in Ravenna übernommen, ist falsch: Jenes Grabmal hat einen zehneckigen Grundriss, und auch sonst folgt die Architektur des Mausoleums nicht diesem Vorbild. Der Irrtum wurde lange in Schriften wiederholt.
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