Stellerburg, Frühmittelalterliche Ringburg in Weddingstedt, Deutschland
Stellerburg ist eine frühmittelalterliche Ringwallanlage in Weddingstedt, die aus aufgeschütteten Erdwällen und Grassoden besteht und eine ovale Form hat. Die Anlage schließt ein beträchtliches Gebiet ein und wurde mit stabilen Toreinrichtungen an Norden und Osten gebaut.
Die Stellerburg ist eine sächsische Ringwallanlage aus der Zeit vor der Eroberung durch Karl den Großen und die nördlichste sächsische Verteidigungsanlage. Sie lag auf einer inselartigen Erhebung zwischen Geest und Lundener Nehrung am damaligen Fernhandelsweg, den die Wikinger passieren mussten, mit Moor im Osten und unbedeichtem Marschland im Westen. Die Ausgrabungen des Kieler Museums 1932/1933 legten einen Bohlenweg und die Grundrisse von 20 Holzhäusern frei; die wenigen Kleinfunde sprechen für nur zeitweilige Nutzung.
Eine schon bei Neocorus überlieferte und von Karl Müllenhoff wiedergegebene Sage erzählt, wie die Dithmarschen die Burg zurückgewannen: Zu Pfingsten, während die Besatzung im Dorf feierte, zogen sie mit grünen Zweigen herauf, und der Pförtner rief „De Woold de kummt!“, ohne Alarm zu schlagen. Der Graf wurde in einem Keller gefunden, seine Frau Dortchen in dem noch heute Doortjensood genannten Brunnen ertränkt.
Das Gelände ist über Wander- und Radstrecken zugänglich, wobei Informationstafeln an der Anlage Wissenswertes über die Geschichte vermitteln. Besucher sollten mit feuchtem Untergrund und morastigen Bedingungen rechnen, besonders in den feuchteren Jahreszeiten.
Es ist die nördlichste Ringwallanlage mit sächsischer Bauweise in Deutschland und zeigt damit, wie weit die Besiedlung von Sachsen nach Norden reichte. Die ovale Form und die Konstruktion aus Erdwall unterschied sich von anderen zeitgenössischen Befestigungen in der Region.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 93.036 Mitwirkenden weltweit.