Marlag und Milag Nord, Kriegsgefangenenlager des Zweiten Weltkriegs in Westertimke, Deutschland.
Das Marlag und Milag Nord war ein großes Lager in Westertimke, das aus etwa 67 Gebäuden bestand und streng in verschiedene Bereiche für unterschiedliche Gruppen aufgeteilt war. Die Anlage war räumlich organisiert, um Marine-Offiziere von Handelsmarine-Besatzungen zu trennen und verfügte über medizinische Einrichtungen im östlichen Teil.
Das Lager wurde zwischen 1942 und 1945 als deutsches Internierungszentrum betrieben und hielt mehr als 5.000 alliierte Gefangene auf, darunter Seeleute und Marinepersonal aus Großbritannien, Kanada und anderen Ländern. Das Lager entstand auf Druck des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, das die Trennung von Handelsseeleuten und Militärangehörigen forderte.
Der Ort war für Gefangene ein Ort der Kulturpflege, wo eine Bibliothek mit Büchern, Theater, Konzerte und Sportveranstaltungen das Leben prägen. Die Gefangenen fanden dort Möglichkeiten, ihre Fähigkeiten zu teilen und miteinander in Kontakt zu bleiben, was den Alltag der Internierung erträglicher machte.
Das Gelände war in deutlich getrennte Zonen aufgeteilt, wodurch die Orientierung für Besucher übersichtlich wurde, wobei die östliche Seite die medizinischen Bereiche konzentrierte. Man konnte das Lager systematisch erkunden, da die unterschiedlichen Funktionsbereiche räumlich klar voneinander abgegrenzt waren.
Das Lager war das einzige in Deutschland, das speziell für Marinepersonal und Handelsseeleute geschaffen wurde und ihre Trennung von anderen Gefangenenkategorien ermöglichte. Diese besondere Struktur war das Ergebnis diplomatischer Verhandlungen, die die unterschiedliche rechtliche Stellung dieser Gruppen berücksichtigten.
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