Elefantenklo, Fußgängerplattform am Selterstor in Giessen
Die Fußgängerplattform am Selterstor, Elefantenklo genannt, ist eine trapezförmige Plattform aus 75 cm starkem vorgespanntem Leichtbeton, knapp 50 Meter lang und im Mittel 24 Meter breit, getragen von sechs Säulen. Drei achteckige, 7 bis 9 Meter breite Öffnungen liegen auf ihrer Längsmittelachse und lassen Tageslicht zum Verkehr hindurch. Treppen, Rolltreppen und ein nachgerüsteter Aufzug an der Südecke erschließen die Plattform, deren helle Brüstung ein Metallgeländer trägt.
Das Bauwerk wurde 1968 eingeweiht, als die Stadtplanung Fahrzeugverkehr in den Vordergrund stellte und neue Wege suchte, um Fußgänger und Autos zu trennen. Die Plattform ersetzte eine ältere Kreuzungslösung und wurde zu einem Beispiel der modernen Stadtentwicklung jener Epoche.
Der Spitzname Elefantenklo, kurz „E-Klo“, entstand wegen der übertrieben wirkenden Größe des Bauwerks und seiner drei großen Öffnungen, die an ein überdimensionales Plumpsklo erinnern. Als ursprünglicher Erfinder des Namens gilt die studentische Vereinigung Akademischer Micky Maus Club; zum 40-jährigen Jubiläum 2008 enthüllten ihre Mitglieder ein Transparent mit der Aufschrift „Elefantenklo“. Das von 1977 bis 1987 erschienene linke Stadtmagazin Elephantenklo übernahm den Namen.
Die Plattform erreicht man über Treppen und Fahrtreppen an den vier Ecken; an der Südecke kam später ein Aufzug hinzu. Der einzige stufenlose Zugang zur Fußgängerzone Seltersweg führt durch das Karstadt-Warenhaus und funktioniert nur zu dessen Öffnungszeiten. Fahrtreppen und Aufzüge fallen häufig aus, planen Sie daher Zeit ein.
Der Wasservorhang entstand 2014 zur Landesgartenschau für rund 150.000 Euro, finanziert von der Vereinigung der Geschäftsleute als „Spülung“ des Bauwerks. Das Wasser fällt von der Plattform in einen 4,60 × 2,80 Meter großen, zwei Meter tief im Boden versenkten Betonkasten.
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