Hölderlinhaus, Literaturmuseum in Nürtingen, Deutschland
Das Hölderlinhaus in Nürtingen steht an der Stelle des früheren Schweizerhofs, eines 1622 von Heinrich Schickhardt erbauten Schlossguts. Nach dem Stadtbrand von 1750 wurde das Haus 1751 als mehrstöckiges spätbarockes Bürgerhaus nach Plänen von Johann Adam Groß d. Ä. wieder aufgebaut. Die Kubatur blieb erhalten, doch zwei Jahrhunderte Schulnutzung veränderten Innenräume und Dachgeschoss.
An der Stelle stand seit 1622 der Schweizerhof, ein landwirtschaftliches Gebäude des Nürtinger Schlosses nach Plänen Heinrich Schickhardts. Bürgermeister Jakob Friedrich Duttenhofer ließ ihn als Bürgerhaus neu bauen; es brannte 1750 beim Stadtbrand nieder, dem 133 Gebäude zum Opfer fielen, und wurde 1751 nach Plänen Johann Adam Groß d. Ä. wieder errichtet. Ab 1774 wohnte Hölderlins Mutter mit ihren Kindern hier; 1795 verkaufte sie das Haus, ab 1811 nutzte es das Spital als Schule, Suppenküche und Kindergarten.
Das Haus zeigt Handschriften, Briefe und persönliche Gegenstände, die zeigen, wie wichtig Hölderlins Dichtung für die deutsche Romantik war. Besucher können sehen, welche Bücher und Objekte den Dichter umgaben und wie er täglich lebte.
Das Haus steht an der Neckarsteige in der Nürtinger Altstadt. Seit dem Umbau 2020–2023 beherbergt es die Dauerausstellung „Möcht’ ich ein Komet sein? Hölderlins Bildungswege und Nürtingen“, und der Gok’sche Keller ist erstmals als Veranstaltungsraum öffentlich zugänglich. Außerdem sind die Volkshochschule, die Geschäftsstelle der Musik- und Jugendkunstschule und das Kulturamt der Stadt Nürtingen im Gebäude untergebracht.
Den Namen seines berühmtesten Bewohners trägt das Haus erst seit 1931; zuvor hieß es nach seinen Nutzungen, vom Schweizerhof des Nürtinger Schlosses bis zur Bäckerei mit dem Gasthaus „Zum Waldhorn“, das der Bäcker Johann Michael Maier nach dem Kauf 1795 im Untergeschoss einrichtete.
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