Nassanger, Gutshof in Lichtenfels, Deutschland
Der Nassanger ist ein dreigeschossiger Ringbau mit nahezu kreisförmigem, leicht ovalem Grundriss von 51 Metern Durchmesser, dessen längere Achse in Nord-Süd-Richtung liegt. Auf dem verschieferten Satteldach sitzen zwei Reihen verzierter Gauben mit Spitzhelmen, und die schmucklosen Außenfassaden sind mit querovalen Fenstern durchbrochen, die an Kanonenscharten erinnern. Im Innern lagen im kreuzgratgewölbten Erdgeschoss Stallungen, in den Obergeschossen Heuböden und in den Dachböden Getreidespeicher.
Ein Gutshof ist hier seit dem 16. Jahrhundert belegt. Das heutige Gebäude wurde 1692–1693 für das Kloster Langheim unter Abt Gallus Knauer anstelle von drei Höfen errichtet; Kunsthistoriker schreiben den Entwurf Leonhard Dientzenhofer zu. 1805 kam der Hof durch die Säkularisation in Privatbesitz und wechselte mehrfach den Besitzer, zuletzt 2025.
Der Name Nassanger geht auf das bis ins 19. Jahrhundert gebräuchliche Aasanger zurück. Die örtliche Überlieferung verbindet die zwölf Hoftüren und die einst angeblich 365 Fenster mit dem Kalender, historisch belegt ist das nicht. Die runde Form, für einen Klosterhof unüblich, soll römischen Vorbildern folgen, wohl der Engelsburg.
Der Ringbau misst rund 51 Meter im Durchmesser, seine längere Achse verläuft in Nord-Süd-Richtung; die Hauptzufahrt lag daher im Norden, das Südtor ist zugemauert. Die Anlage liegt bei Trieb, einem Gemeindeteil von Lichtenfels. Sie ist in Privatbesitz, und im Sommer 2025 war die künftige Nutzung unklar, weshalb man sie nur von außen betrachtet.
Die längere Achse des Ovals ist ungefähr auf den Nordpol ausgerichtet, weshalb Forscher diskutierten, ob Abt Gallus Knauer den Bau für astronomische Beobachtungen vorgesehen hatte. Die örtliche Überlieferung will zudem wissen, dass die zwölf Hoftüren und die einst angeblich 365 Fenster dem Kalender folgten – historisch belegt ist das nicht.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 92.689 Mitwirkenden weltweit.