Herrenhaus Lehsen, Herrenhaus in Wittenburg, Deutschland
Das Herrenhaus Lehsen ist ein weiß gestrichener, zweigeschossiger Putzbau mit neun Achsen, einem Kellergeschoss aus geschliffenen Granitquadern und kräftigem Quaderputz an den Hausecken. Die drei mittleren Achsen bilden einen Portikus mit vier Kolossalsäulen toskanischer Ordnung und einem flachen Giebeldreieck; das Zifferblatt der Uhr wurde nach 1880 eingefügt, ebenso die beiden seitlichen pavillonartigen Anbauten. Der etwas hinter den Säulen zurückgesetzte Haupteingang hat eine vierstufige Treppe, den oberen Abschluss bildet ein flach ausgeführtes Walmdach.
Der aus Kopenhagen stammende Lübecker Stadtbaumeister Joseph Christian Lillie entwarf das Herrenhaus für Kammerherr Ernst August von Laffert; errichtet wurde es 1822. Über der Eingangstür stehen die Jahreszahl MDCCCXXII und der Wahlspruch Musis et Amicis. 1899 verkaufte die Familie von Laffert das Gut für 735.000 Mark an den Düsseldorfer Kaufmann Wilhelm Jäger; nach 1945 diente es als Flüchtlingsunterkunft und später als Kreiskinderheim.
Das Gebäude zeigt das Motto 'Musis et Amicis' über seinem Eingang, das Ernst August von Lafferts Hingabe zu Kunst und Gastfreundschaft widerspiegelt. Der Schriftzug verrät viel über die Werte des damaligen Besitzers und darüber, wie man sich hier Kultur und soziales Leben vorgestellt hat.
Das Herrenhaus liegt am Ende eines weiten Wirtschaftshofes, vier Kilometer südwestlich von Wittenburg im Ortsteil Lehsen; zur Dorfseite hin war der Hof früher durch einen Zaun abgetrennt. Der vier Hektar große Park mit Teich schließt sich direkt südlich an. Die neogotische Grabkapelle steht auf einem von einem Wassergraben umgebenen frühdeutschen Turmhügel. Seit 2004 wieder bewohnt und 2024 zum Verkauf stehend, ist das Haus nur von außen zu besichtigen.
Die 1868 errichtete neogotische Grabkapelle der Familie von Laffert steht auf einem von einem Wassergraben umgebenen frühdeutschen Turmhügel. Der oktogonale Zentralbau wurde als Symbol der Ewigkeit der Zeit gewählt; seine Formen ähneln dem neogotischen Chorraum der Schweriner Schlosskirche, der 1851 bis 1855 nach einem Entwurf des Kölner Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner entstand.
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