Haus Ryder, Historisches Wohnhaus in Nordost, Deutschland.
Haus Ryder ist eine zweigeschossige, verputzte kubische Villa mit flach geneigtem Dach, 1923 von Ludwig Mies van der Rohe geplant und von Gerhard Severain ausgeführt. Der fast quadratische Grundriss ordnet sich um eine Wohndiele mit vier angrenzenden Räumen; die Fenster des Obergeschosses sind an die Ecken gerückt.
Die Engländerin Ada Ryder ließ das Haus 1923 als Geldanlage bauen, da die Inflation ausländischen Währungen in Deutschland große Kaufkraft verlieh. Mies van der Rohe lieferte die Pläne aus Berlin; sein Freund Gerhard Severain leitete den Bau vor Ort in Wiesbaden. Zahlungsschwierigkeiten und die Umstellung auf die Rentenmark im November 1923 stoppten den Rohbau, und 1927 verkaufte Ryder das unfertige Haus an den Lebensmittelfabrikanten August Zobus.
Das Haus trägt den Namen der Engländerin Ada Ryder, die es 1923 als Geldanlage bauen ließ, als ausländische Währungen während der deutschen Inflation an Kaufkraft gewannen. Sie bewohnte es nie: In den Adressbüchern von 1925 und 1926 ist es als unbewohnt geführt, 1927 verkaufte sie es an den Lebensmittelfabrikanten August Zobus.
Das Haus liegt in der Straße Schöne Aussicht, einer Villengegend oberhalb des Wiesbadener Kurparks im Stadtteil Nordost. Es ist ein privates Wohnhaus, daher betrachtet man die Außenseite von der Straße aus; von dort sind das leicht geneigte Flachdach und die an die Ecken gerückten Fenster des Obergeschosses zu erkennen.
Das von Mies 1923 geplante flach geneigte Dach wurde in den 1980er Jahren durch ein Walmdach ersetzt, in den 1960er Jahren erfuhr das Haus Umbauten; vom ursprünglichen Äußeren ist wenig erhalten. Die Fenster des Obergeschosses rückten an die Ecken des Kubus.
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