Friedhof der Heimatlosen, Historischer Friedhof in Westerland, Sylt, Deutschland.
Der Friedhof der Heimatlosen ist eine Begräbnisstätte in Westerland auf der Insel Sylt für unbekannte Menschen, die aus dem Meer geborgen wurden. Das Gelände besteht aus etwa 400 Gräbern mit einfachen hölzernen Markierungen und Gedenkplatten, die über vier Jahrzehnte hinweg errichtet wurden.
Ein Schiffbruchopfer-Sammler namens Wulf Hansen Decker gründete diesen Friedhof 1854, um Personen angemessen zu bestatten, die an Sylts Küsten gefunden wurden. Über Jahrzehnte hinweg wurden Hunderte von Opfern maritimer Unfälle hier beigesetzt, was die raue Geschichte der Seeschifffahrt in dieser Region bezeugt.
Der Ort trägt einen Namen, der seine Aufgabe widerspiegelt: Heimatlose sind Menschen ohne bekannte Identität oder Familie, die hier ihre letzte Ruhe gefunden haben. Besucher sehen einfache hölzerne Kreuze und Gedenksteine, die zeigen, wie die Gemeinde über lange Zeit diese Verstorbenen geehrt und erinnert hat.
Der Friedhof befindet sich an der Ecke Elisabethstraße und Käptn-Christian-Straße und ist für Besucher mit Rollstuhl oder Gehhilfen zugänglich. Das Gelände ist zu Fuß leicht erreichbar und der Besuch kann je nach Interesse zwischen einer halben und zwei Stunden dauern.
Im Jahr 1888 stiftete Königin Elisabeth von Rumänien einen Gedenkstein mit Versen aus einem Gedicht über Opfer des Meeres, was die internationale Aufmerksamkeit für diesen Ort zeigt. Der Stein steht heute als einer der bemerkenswertesten Gegenstände auf dem Gelände und erinnert Besucher an die Anteilnahme, die dieser Stätte von weit entfernten Ländern entgegengebracht wurde.
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