Dieburg in römischer Zeit, Archäologische Stätte in Dieburg, Deutschland
Dieburg in römischer Zeit war eine zivile Siedlung, die sich zwischen dem Bahnhof, der Minnefelder Seestraße im Norden, der Ringstraße im Osten und Süden sowie der Steinstraße im Westen erstreckte. Das Gelände enthielt unter anderem einen Tempel für den Gott Mithras sowie Wohnhäuser, Handwerksbetriebe und öffentliche Gebäude, deren Überreste heute teilweise freigelegt sind.
Die Siedlung entstand um 125 nach Christus als reines Zivilzentrum ohne militärische Vorgängeranlage. Sie entwickelte sich zum wichtigsten Verwaltungsort südlich des Mains und florierte für mehrere Jahrhunderte, bevor sie in der Spätantike aufgegeben wurde.
Der Name Dieburg stammt vom römischen "Civitas Auderiensium" ab und zeigt die Bedeutung des Ortes als Verwaltungszentrum. Heute können Besucher im Museum Funde sehen, die vom Alltag und den Glaubensvorstellungen der damaligen Bewohner erzählen.
Die archäologischen Funde sind im Museum Schloss Fechenbach zu sehen, das Donnerstag bis Samstag von 14:00 bis 17:00 Uhr und Sonntag von 11:00 bis 17:00 Uhr geöffnet ist. Vor Ort können Besucher die Ausgrabungen erkunden, sollten aber beachten, dass die sichtbaren Reste je nach Jahreszeit und Bauarbeiten unterschiedlich zugänglich sein können.
Im Unterschied zu vielen anderen römischen Siedlungen der Region entstand Dieburg nicht aus einem Militärlager, sondern wurde von Anfang an als ziviles Verwaltungszentrum geplant. Diese ungewöhnliche Entstehungsgeschichte prägte seinen Charakter als Ort des Handels und der Verwaltung statt als Militärposten.
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