Paul-Gerhardt-Kirche, Kirchengebäude im Stadtteil Beiertheim, Karlsruhe, Deutschland
Das Stephanienbad, heute Paul-Gerhardt-Kirche, ist ein klassizistischer Bau Friedrich Weinbrenners in Beiertheim. Die hellbeige Fassade trägt rotbraune Bänder und Pilaster, einen Dreiecksgiebel mit strahlenförmigem Rundfenster und drei große Fenster mit weißen Sprossen über einem Balkon mit dünnem schwarzem Metallgeländer. Auf Balkonhöhe liegen fünf Öffnungen: zwei Fenster mit blauen Läden, eine verglaste Doppeltür und zwei weitere Fenster mit blauen Läden; darunter zeigt die schlichte beige Sockelwand einen Bogen.
Friedrich Weinbrenner erbaute das Gebäude zwischen 1811 und 1817 und benannte es nach Großherzogin Stephanie de Beauharnais von Baden. Das Bauwerk war damals als moderner Ort für öffentliche Bäder und Unterhaltung gedacht.
Seit 1957 dient das ehemalige Bad der evangelischen Paul-Gerhardt-Gemeinde als Kirche und trägt den Namen des sächsischen Theologen und Dichters Paul Gerhardt. Bereits 1926 hatte die Kirchengemeinde das Gesellschaftshaus für regelmäßige Veranstaltungen angemietet. Im linken Seitenschiff steht eine Orgel von 2004 aus der Werkstatt Waldkircher Orgelbau Jäger & Brommer, deren Pfeifenwerk ein 650 kg schwerer Schweller aus Glas umschließt.
Das ehemalige Bad liegt in Beiertheim im Süden Karlsruhes, nahe dem veränderten Lauf der Alb. Es dient als Paul-Gerhardt-Kirche, sodass ein Besuch von den Gottesdienstzeiten der evangelischen Gemeinde abhängt und nicht von festen Besichtigungszeiten. Die Orgel von 2004 mit ihrem 650 kg schweren Glas-Schweller steht im linken Seitenschiff.
Während des Ersten Weltkriegs nutzten Studentenverbindungen das Gebäude für geheime Fechtmeetings, die offiziell verboten waren. Diese versteckte Aktivität machte das Haus über Karlsruhe hinaus bekannt und gab ihm eine unerwartete Rolle in der lokalen Studentengeschichte.
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