Schloss Hemsendorf, Kulturerbe Schloss in Jessen Elster, Deutschland.
Schloss Hemsendorf ist ein zweigeschossiger Backsteinbau aus vier Flügeln mit einem unregelmäßig oktonalen, fünfgeschossigen Turm an der Südostecke, der eine Schweifhaube trägt. Im Nordflügel liegt die Schlosskapelle mit stuckverziertem Gipsdeckengemälde, vor dem Westzugang steht eine Sandsteinbrücke von 1741.
1380 wird der Vorgängerbau erstmals erwähnt, als Herzog Wenzel die Brüder Gerhard und Frycze von Glyne mit Hemsendorf belehnte. Von 1458 bis 1573 besaß die Familie von Ryßen die Anlage, danach Michael Teuber und über dessen Tochter Euphrosine bis 1618 die Familie Rauchbar. Nachdem der Ort im Dreißigjährigen Krieg lange unbewohnt war, erwarb Christian Dietrich von Röbel das Gut 1702 und gab dem Schloss sein heutiges Aussehen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte man das Schloss als Kindergarten, Laden und Wohnraum, bevor es sich wieder zu einem Ort für kulturelle Aktivitäten entwickelte. Die Gebäude zeigen heute noch Spuren dieser verschiedenen Verwendungen in ihrer Struktur und Ausstattung.
Der private Besitzer bietet geführte Rundgänge an, die vorab arrangiert werden müssen. Es ist ratsam, sich vor dem Besuch anzukündigen und sich auf mögliche Einschränkungen bei der Zugänglichkeit vorzubereiten.
Der Landschaftspark wurde vermutlich Mitte des 19. Jahrhunderts unter dem Rittergutsbesitzer Otto Peter Ludwig Ferdinand von Itzenplitz angelegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wandelte die Bodenreform einen großen Teil des ehemals viel größeren Parks in Neubauernstellen um, sodass nur ein Teil des ursprünglichen Gartens erhalten ist.
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