St. Remigius, Pfarrkirche in Merdingen, Deutschland.
St. Remigius ist eine Pfarrkirche in Merdingen mit barocker Architektur, aufwendigen Stuckdekorationen, verzierten Altären und Deckenmalereien. Der Innenraum zeigt die präzise Handwerkskunst verschiedener spezialisierter Künstler aus dieser Epoche.
Eine Kirche in Merdingen ist erstmals 1139 erwähnt, als sie dem Hochstift Basel gehörte. 1346 kam sie an den Deutschen Orden und unterstand dessen Kommende in Freiburg im Breisgau, bis sie 1806 bei der Säkularisation an das Großherzogtum Baden fiel. Nachdem ein Gewitter sie 1737 in einen irreparablen Stand versetzt hatte, wurde sie 1738 abgerissen und von Johann Caspar Bagnato neu erbaut; der erste Gottesdienst in der neuen Kirche fand am 1. Oktober 1740 statt.
Die Kirche zeigt Handschrift italienischer Künstler wie Francesco Pozzi, der die Stuckarbeiten gestaltete. Dies verdeutlicht die engen künstlerischen Verbindungen zwischen Italien und dem deutschsprachigen Raum im 18. Jahrhundert.
Die Kirche steht auf dem erhöhten ehemaligen Friedhof mitten im dicht bebauten Ortskern; der Blick von Norden ist durch den Abbruch der barocken Straßenmauer beeinträchtigt. Der Westturm teilt die Fassade dreifach, das Hauptportal liegt unter einer großen Figurennische. 1811 wurde der Friedhof an den Ortsrand verlegt, das Grab Pfarrer Joachims blieb jedoch erhalten.
Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg ernannte die Kirche zum „Denkmal des Monats Juli 2006“. Gewürdigt wurde damit die Restaurierung von 2005 bis 2006, die jüngste einer Reihe, die 1778 mit Franz Anton Bagnato, dem Sohn des Baumeisters, begonnen hatte.
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