Pankratiuskapelle, Protestantische Kapelle in Giessen, Deutschland
Die Pankratiuskapelle ist eine einschiffige Notkirche, die 1949 nach Otto Bartnings Typ B errichtet wurde: 25 Meter lang, 11,50 Meter breit und etwa 11 Meter hoch, mit rund 500 Plätzen. Ihr Südwestende schließt ein polygonaler Fünfachtelschluss für den Altarraum ab, und die Holzbinder-Konstruktion ist weitgehend im ursprünglichen Zustand erhalten. Das Foto zeigt das steile Dach aus graubraunen rechteckigen Ziegeln, einen Giebel aus rotbraunen Steinblöcken mit einer runden Maßwerkfensteröffnung und einer dunklen Bogentür sowie eine niedrigere Dachschräge über einer Reihe rechteckiger Fenster.
Eine dem heiligen Pankratius und Maria geweihte Kapelle bestand in Gießen seit dem 13. Jahrhundert und wurde 1248 erstmals erwähnt; ihr gotischer Nachfolgebau hieß 1334 erstmals Pfarrkirche. Nach dem Abriss 1809 entstand von 1810 bis 1821 ein klassizistischer Neubau. Dieser brannte beim Bombenangriff am 6. Dezember 1944 aus, und seine Trümmer wurden für die am 2. Oktober 1949 eingeweihte Notkirche verwendet.
Der Name Pankratius erinnert an die mittelalterliche Stadtkirche, die dem heiligen Pankratius und Maria geweiht war und 1248 erstmals erwähnt wurde. Seit 2004 bilden die Matthäus- und die Markusgemeinde die Evangelische Pankratiusgemeinde, die sich dem sozialpolitischen Anliegen von Georg Schlosser, ihrem ersten Pfarrer von 1893 bis 1915, verpflichtet weiß. Der spätgotische Turm der 1944 zerstörten Stadtkirche gehört zur Gemeinde und dient ihr als Glockenturm.
Die Kapelle steht rund 80 Meter westlich des spätgotischen Turms der zerstörten Stadtkirche, der der Gemeinde als Glockenturm dient. Nach einem Streit zwischen Otto Bartning und dem Stadtbauamt, das 10 Meter verlangte, wurde der Bau 5 Meter hinter die Straßenflucht gesetzt. Der Bauplatz ist der frühere Pfarrgarten der Matthäusgemeinde, nicht der Standort der alten Kirche.
Die Kapelle ist eine Bartning-Notkirche des „Typs B“, eine von 43 in ganz Deutschland, ermöglicht durch den Weltrat der Kirchen; eine Spende von 10.000 Dollar der Evangelical and Reformed Church of St. Louis finanzierte die Gießener. Fundamentierung und Ausfachung durch Mauerwerk leistete die Gemeinde selbst nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“, während Holzkonstruktion, Türen und Fenster als serienmäßige, gespendete Fertigteile angeliefert wurden.
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