Mumien von Illmersdorf, Mumiengruft in einer Dorfkirche in Illmersdorf, Deutschland
Die Mumien von Illmersdorf sind elf natürlich konservierte Leichname, die in der Krypta der Dorfkirche ruhen und die größte Sammlung dieser Art in Brandenburg darstellen. Der Raum unter der Kirche bietet kühle und trockene Bedingungen, die diese außergewöhnliche Erhaltung über Jahrhunderte ermöglicht haben.
Caspar Ernst von Normann, Offizier aus einem rügenschen Adelsgeschlecht, kaufte 1738 das Gut Illmersdorf und ließ 1742 anstelle der Gutskapelle die Kirche errichten. Unter der Empore richtete er für sich und seine Gattin Johanna Louise von Barfus eine Gruft von 7,80 auf 3,10 auf 2,30 Metern ein. Der Erbauer selbst wurde 1748 hier beigesetzt, bis 1821 diente die Gruft als Begräbnisstätte.
In den Särgen liegen fünf Frauen, drei Männer, zwei Kinder und ein Säugling; die Schwiegertochter des Erbauers starb bei der Entbindung und wurde mit ihrem Kind in einem Sarg bestattet. Ältere Einheimische erzählen von Grabbeigaben in den Särgen, die vermutlich spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg geplündert wurden. 1945 plünderten Soldaten der Roten Armee die Gruft, und Einwohner verhinderten, dass die Särge auf dem Dorfplatz verbrannt wurden.
Fünf der elf Mumien liegen in vier Särgen hinter einer Glasscheibe, die übrigen sechs Särge bleiben geschlossen. Die Scheibe hält das Klima der Gruft gleichmäßig trocken und soll Pilzbefall abhalten. 2013 besichtigten rund 1500 Besucher die denkmalgeschützte Fachwerkkirche.
Dies ist die einzige bekannte Mumiensammlung in der Lausitz und macht den Ort für archäologische Forschungen im Osten Deutschlands besonders wertvoll. Die natürliche Mumifizierung in dieser Region war selten und unerwartet, was diese Funde wissenschaftlich bedeutsam machte.
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